Der POPSCENE E-Paper Kiosk


Swipe dich durch unsere kostenlosen E-Guides und erlebe Deine Region! Neben POPSCENE findest du hier interessante Broschüren, Leseproben, Magazine aus den Bereichen Tourismus, Kultur, Unterhaltung - multimedial, angereichert mit Fotos, fesselnden Videos und unterhaltsamen Audioclips, für einen faszinierenden Überblick über unsere Region.

Aktuell im POPSCENE E-Paper Kiosk

Aufrufe
vor 1 Jahr

Union Stiftung Programm 2020

  • Text
  • Menschen
  • Junge
  • Deutschland
  • Grundseminar
  • Saarland
  • Veranstaltungen
  • Zukunft
  • Haus
  • Vortrag
  • Stiftung
Alles Seminare und Veranstaltungen in der zweiten Jahreshälfte 2020.

INTERVIEW MIT RITA

INTERVIEW MIT RITA WASCHBÜSCH Rita Waschbüsch war nicht nur 24 Jahre lang Abgeordnete im Saarländischen Landtag, sondern von 1974 bis 1977 Sozialministerin im Kabinett von Franz-Josef Röder. Schon als junge Abgeordnete wurde sie Mitglied der Union Stiftung. In unserem Interview erzählt sie, wie sie zur Union Stiftung kam und wie sie die Entwicklung der Stiftung über die Jahre hinweg wahrgenommen hat. Frau Waschbüsch, die Union Stiftung wurde Ende der 50er Jahre gegründet. Wie haben Sie diese Zeit als Jugendliche erlebt? Ich bin aus einer Generation, die durch die Volksabstimmung von 1955 sehr politisiert war. Als 15- und 16-jähriges Mädchen haben wir in der Tanzschule die Lehrerin zur Verzweiflung gebracht, weil wir politisiert haben, statt tanzen zu üben. Es ging sogar soweit, dass die Nein-Sager, also die, die das Saar-Statut nicht wollten, nicht mit den Ja-Sagern tanzen wollten und umgekehrt. Wir waren ein Spiegelbild der damaligen politischen Debatten, die bis in die Familien heftig und oft konträr geführt wurden: Gehen wir wieder „Heim ins Reich“, oder werden wir selbstständige Europäer? So haben wir damals zumindest gedacht. Die saarländischen Parteien, wie die Christliche Volkspartei (CVP), waren die Befürworter des Europäisierungs-Statuts und die erst ein Jahr lang zugelassenen Bundesparteien CDU, SPD und FDP waren die Nein-Sager, die das abgelehnt und schließlich gewonnen hatten. CVP und CDU vereinigten sich danach, aber aus dem Parteivermögen der CVP wurde die Union Stiftung gegründet. Unter dem ersten Vorsitzenden Franz Schlehofer gab es anfangs einen Kreis von etwa 20 Mitgliedern, die sowohl von der früheren CVP, wie der CDU kamen. Die Union Stiftung hat von Anfang an den Zweck verfolgt, die Versöhnung zwischen den europäischen Völkern, besonders zwischen Frankreich und Deutschland, und die Demokratie zu fördern durch politische Bildung aus christlich-kulturellem Weltverständnis. Gab es denn dafür überhaupt ein Publikum? 38 INTERVIEW mit Rita WASCHBÜSCH

Das Saarland war politisch aufgeheizt in den Jahren nach der Volksabstimmung: Noch zehn, zwölf Jahre später hatten beispielsweise die Parteien im Saarland drastisch mehr Mitglieder als im Bundesdurchschnitt. Insofern waren politische Bildungsangebote interessant und sehr im Bewusstsein der Leute. Was hat sie persönlich an der Union Stiftung gereizt, als Herr Schlehofer sie einlud, Mitglied zu werden? Für mich war die Programmarbeit immer sehr wichtig. Franz Schlehofer hat damals jüngere Abgeordnete wie mich sicher auch eingebunden, weil das Thema Frauen in den gesellschaftlichen Fokus gerückt war. Ich habe ich mich dann insbesondere bei den Schwerpunkten Frauen- und Familienpolitik eingebracht. Was auch immer eine starke Rolle gespielt hat, waren die deutsch-französischen Beziehungen, die ja auch im Stiftungszweck festgehalten sind. In diesem Bereich haben wir immer viel gemacht. Als dann der eiserne Vorhang zusammenbrach, überlegten wir im Vorstand, was wir als Stiftung da machen können. Über das Zentralkomitee der Katholiken hatte ich gute Kontakte nach Polen. Das war hilfreich, als die Stiftung auch Kontakte nach Polen, Ungarn und Tschechien knüpfte, die bis heute gut sind, zur Zeit insbesondere nach Tschechien. Diese Arbeit ist sehr spannend . Wie ging es in den Jahren nach Franz Schlehofer weiter? Als Prof. Rudolf Warnking Vorsitzender wurde, hat er die Kontakte in den Osten engagiert weiter geführt. Er hat, etwas stärker als zu Schlehofers Zeit, Kunst und Kultur im Saarland gefördert. Mir persönlich liegen nach wie vor Frauen- und Familienpolitik sehr am Herzen, aber auch kirchlich-kulturelle Themen mit interessanten Referenten. Kardinal Lehmann, Präses Schneider waren im Haus der Union Stiftung, der Trierer Bischof, auch der Metzer. Wir wollten ein breies Spektrum von Referenten aus der Politik, der Wirtschaft, der Kunst und Kultur, aus den Kirchen und anderen Weltanschauungen haben, um eine interessante Breite abzubilden. Es gab immer parallel zu Vortragsveranstaltungen Seminare und Ähnliches.Unter dem neuen Vorsitzenden Hans-Georg Warken kommen nun politische Bildung mit Fokus auf junge Menschen und Kommunalpolitik wieder stärker zum Tragen. Und natürlich verändert auch die Digitalisierung die Arbeit der Stiftung. Mir ist es dabei aber weiterhin ein Anliegen, sowohl bei der Mitgliedschaft als auch bei den Themen, die die Stiftung präsentiert, die Frauen entsprechend ihrem Anteil an der Bevölkerung zu Wort kommen zu lassen. (Das Interview führte Dominik Holl) INTERVIEW mit Rita WASCHBÜSCH 39

E-Paper Kiosk "Erlebe Deine Region"

POPSCENE - Das total umsonste Popkulturmagazin

POPSCENE News