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saar-scene September 09/14

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4 titel Judith

4 titel Judith holoFeRnes Wir Sind Helden-Frontfrau auf Solokurs Bekannt geworden ist Judith holofernes als Sängerin/Gitarristin von Wir Sind helden, die seit 2010 eine musikalische Auszeit genommen haben. Dass für die zweifache Mutter Musik aber fester Bestandteil ihres Lebens ist, beweist sie jetzt mit ihrem ersten Soloalbum „Ein leichtes Schwert“. Alle, die geglaubt hätten, Judith holofernes funktioniert nur im Kontext von Wir Sind helden werden jetzt eines Besseren belehrt. Vor ihrem Auftritt in Saarbrücken/Garage stand sie uns daher Rede und Antwort.

Wir Sind Helden, deren Sängerin/Gitarristin Du bist, pausieren derzeit. Wie ist da der aktuelle Stand der Dinge? Läutet Dein Solo-Album ein Comeback ein, oder wird es eher auf ein zweites Album Deinerseits herauslaufen. Was machen die anderen drei Mitglieder derzeit so in künstlerischer Hinsicht? ich habe auf jeden Fall noch ganz schön viele „Solo“ –Flausen im Kopf, die schon jetzt untereinander rangeln, was als nächstes umgesetzt wird. ich habe mit meiner neuen Platte und der großen Live-Band extrem viel Spaß und habe das Gefühl, da gerade erst am Anfang zu stehen. in so einer neuen Konstellation gibt es so viel zu lernen, ich finde es wahnsinnig inspirierend, neu anzufangen. Eine helden –Reunion sehe ich für die nächsten Jahre ehrlich gesagt nicht. Wir haben alle wahnsinnig an dieser Band gehangen, aber am Ende war es extrem schwer, das Ganze aufrecht zu halten. Wir haben ja von Anfang an, seit 2000, in drei verschiedenen Städten gelebt, das heißt, für jede Probe und jede Bandbesprechung mussten sich zwei Leute in den Zug setzen – dazu noch die Konzerte... es gab Jahre, da waren wir an die 200 tage im Jahr unterwegs. Stichwort Multitalent: Sängerin, Gitarristin, Songwriterin, Autorin. Benötigst Du all diese Sparten um deine künstlerische Kreativität voll auszuleben? ich habe auf jeden Fall immer das Gefühl, das Kreativität sich nicht erschöpft, sondern immer nur noch mehr Kreativität hervorbringt. An einer Platte zu arbeiten bringt mich auf visuelle ideen, und sie erfordert, dass ich mich auf meinen instrumenten weiter entwickele, damit ich das, was mir vorschwebt, auch umsetzen kann... und beim Songtexte schreiben fallen wiederum themen ab, die besser zu meinem Blog passen, als zu einem Song. Kunst geht auf jeden Fall nicht alle! Das ist wie bei diesem alten Zaubertrick, wo immer mehr Zucker aus einer eigentlich viel zu kleinen tüte kommt. Rrrrschsch, rrrsschschsch.... RRRRRSCSChSChSChSCh! Wie hast Du die annähernd vier Jahre zwischen der Wir Sind Helden-Auszeit und der Veröffentlichung Deines eigentlich zweiten Solo-Albums „Ein Leichtes Schwert“ (ein erstes erschien ja bereits 1999 unter dem Titel „Kamikazefliege“ in Eigenproduktion) verbracht, stand da Deine Familie (Mann & zwei Kinder) im Vordergrund? Natürlich war es schön, so viel Zeit zuhause zu verbringen, aber genau so wichtig war es für mich, endlich Zeit zu haben, allen möglichen künstlerischen impulsen nachzugehen, alles ausprobieren zu können, ohne Deadlines und ohne Druck. ich habe in dieser Pause auf jeden Fall mehr Musik gemacht, als in den Jahren davor! ich habe mehr Musik gehört, war auf Konzerten, habe mir ein Klavier gekauft... „Ein Leichtes Schwert“ läßt sich stilistisch nur schwer einordnen, hat äußerst viele Einflüsse. Gibt es dennoch so eine Art ´Roten Faden´ der die 12 Stücke zusammenhält? Ich hoffe doch! Ich denke, das verbindende Element ist die Attitüde, der Mangel an Ernsthaftigkeit, das ungeschliffene. Und ich habe das Gefühl, dass sich die Freude am Spielen überträgt. ich wollte mir einfach dieses Mal keine Grenzen auferlegen und alles machen, was mir einfällt. Über welchen Zeitraum hinweg entstanden die Songs, nach welchen Kriterien hast Du die Musiker für die Aufnahmen ausgewählt und wie entstanden die Songs hinsichtlich Text/Musik? ich habe ungefähr ein Jahr lang geschrieben und die Songs vorproduziert – zum ersten Mal alleine. Dann sind wir zwei Mal sechs Wochen ins Studio gegangen, mein Mann Pola, unser Freund Jörg holdinghausen und ich, und haben das Ganze aufgenommen, wobei wir auch vieles von meinen Demos übernommen haben. Wir hatten ziemlich oft das Gefühl, dass sich der Charme von solchen ersten Momenten schlecht wieder herstellen lässt. Über was sprichst Du in Deinen Texten, tragen diese autobiografische Züge? Manches ist autobiografisch, allerdings häufig in sehr viel freierer Art, als man das denken würde. Andere Songs sind Geschichten, die ich mir ausdenke, oder die Geschichten anderer Leute, die sie mir erzählt haben. Oft beginne ich das Schreiben auch mit einem thema im Kopf, oder einer losen Zeile, von der ich am Anfang noch nicht mal genau weiß, wo sie hinführen soll. Hast Du den ein oder anderen Lieblingstitel auf der CD und wenn, ja warum? ich habe deutlich weniger „Lieblingskinder“, als ich sie früher auf heldenplatten hatte, wahrscheinlich, weil es ja alles zu hundert Prozent meine Songs sind... in einer Band gibt es natürlich immer Kompromisse und Songs, die mehr oder weniger „deine“ sind. Aber wenn ich einen nennen müsste, dann wäre es wahrscheinlich „Pechmarie“, der ist für mich irgendwie ein Kernstück, weil alles drin ist, was für mich die Platte ausmacht. Groove, humor, Leichtigkeit, Melancholie. Alles da! text: Frank Keil Foto: Four Music / Christoph Voy Garage, Saarbrücken 15. Oktober, ab 20 uhr www.judithholofernes.com

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