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saar-scene September 02/09

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Das geht gar nicht

Das geht gar nicht Freaks wie wir... „Lebe lieber ungewöhnlich!“ „Du FREAK!“ - wird ganz gerne dem Kumpel in neongrüner Stretchhose mit gelben Punkten hinterher gerufen! Oder zur Metal Braut mit Ur-Pils Tattoo auf dem Unterarm! Aber reicht das wirklich schon aus, um sich als Freak betiteln zu lassen? Ganz so einfach ist es nicht. Im Gegenteil: Freak-Sein bedeutet entgegen der Meinung Anderer zum eigenen „Ich“ zu stehen, seinen Lebenstil zu verteidigen oder sich einfach mal ordentlich am Arsch lecken zu lassen. Das kann echt zur harten Arbeit werden. Im Gegensatz dazu ist das Otto-Normalverbraucherleben ja fast ein Kinderspiel: Frau, Haus, im Sommer nach Malle, Weihnachten bei Mutti Raclette essen, alt werden und endlich sterben! Yippi! Wie Charles Bukowski so schön sagte Registrieren, einfangen, Gas geben, mitnehmen, weitergeben! ...die Tatsache, dass es den jungen Musikfans völlig egal zu sein schien, wie die Songs aus dem Handy klingen. Ein Freak kann, wenn er denn möchte, all das auch haben. Aber eben immer mit einer riesigen Portion kreativen Ausdrucks drin! Ach wie grau wäre wohl die Welt ohne Freaks? Manch einem Miesepeter, der mit dieser undeutschen Art nicht umgehen kann, wäre diese graue Variante wohl echt lieber. Das geht ja wohl gar nicht! Man kann es aber auch nicht Jedem recht machen, gerade als Freak polarisiert man ohnehin sehr stark! Freak sein, ist mehr als nur eine verrückte Einstellung zum Leben. Es ist, das Sich-Klar- Werden über die Einmaligkeit des jetzigen Momentes. „Schöner Leben“ könnte so einfach sein! Wie Charles Bukowski so schön sagte Registrieren, einfangen, Gas geben, mitnehmen, weitergeben! Wer das nicht verstanden hat, ist kein Freak und soll mich bitte hinten rum! Text & Bild: Jörn Dressler MP3 Klangbelästigung! Ein alter Soundfreak packt aus: Die Kids haben was an den Ohren Neulich beim Warten an der Saarbahnhaltestelle: Drei Kids, die sich gegenseitig ihre neuesten Musikerrungenschaften via Handy vorspielen. „... eh Alder, mei Handy isch viel lauda als wie deins, Alder äh...“ Ich war kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Nicht etwa, dass mich die Art der Musik (Sido, Bushido und weitere beknackte Möchtegern- Getto-Pöbelgangster) an den Rand des Wahnsinns getrieben hätte, vielmehr die Tatsache, dass es den jungen Musikfans völlig egal zu sein schien, wie die Songs aus dem Handy klingen. Hauptsache möglichst laut. Ok, ich will nun wirklich nicht wie ein audiophiler - „meine Musikanlage kostet mehr als dein Auto- Angeber...“ erscheinen, jedoch sollte doch ein gewisser Soundstandard gehalten werden. Früher hat man sich seine Lieblingssongs aus dem Radio oder von der geliebten Langspielplatte (die schwarzen runden Dinger, die nicht in den CD-Player passen) auf eine Kompaktkassette aufgenommen und hat diese sich dann voller Stolz mit dem neuen Walkman auf die Ohren gedröhnt. Und heute? Wo man steht und geht bekommt man, aus greulich krächzenden MP3-Handys, den Musikgeschmack von zurückgeliebenen Soundbanausen aufgenötigt. Wenn in meiner Jugend jemand ungefragt seine Musik den unschuldigen Mitmenschen aufdrängen wollte, dann musste er schon zum Getto- Blaster greifen: Kassette rein, Play gedrückt, das Teil aufgeschultert und lässig durch die Stadt gelatscht. Zugegeben, die Musik die überwiegend aus den tragbaren Brüllkästen schepperte, war auch nicht viel besser als heute. Jedenfalls ist die Dauerpenetrierung durch Handysounds aus meinem nicht frei wählbaren Umfeld unerträglich. Also, MP3-Handy besser ausschalten, oder wieder die guten alten Kopfhörer einstöpseln. Aber nicht vergessen, wie es früher in den Bussen stand: „Aus dem Walkman dröhnt es grell, dem Nachbarn juckt das Trommelfell, Rücksicht ist besser!“ Text: Norbert-Ullrich Schabronski-Schröder 30

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