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saar-scene November 11/16

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KILLERPILZE IMMER NOCH

KILLERPILZE IMMER NOCH JUNG Killerpilze, eine neue Band, die im März 2016 unter großem Medienecho ihr sechstes Album „High“ veröffentlicht hat. Klar, das klingt vielleicht ein bisschen widersprüchlich, aber das Trio macht mit seinem neuen Album „High“ eindrücklich klar: Hier ist hörbar, sichtbar und fühlbar etwas anders. Ganz anders. Aber um „High“ zu verstehen, muss man sich zuerst den drei Menschen dahinter widmen, die es in den vergangenen 14 Monaten geschrieben und entstehen haben lassen. Allen voran Johannes „Jo“ Halbig. Sänger, Frontmann und seit einiger Zeit Bassist der Band. Er trägt seine Überzeugungen auf der Zunge und stand uns zusammen mit Bruder Fabian (Schlagzeug) und Maximilian Schlichter (Gitarre/Gesang) im Vorfeld des Auftritts in Kaiserslautern beim Interview Rede und Antwort. Wie seid Ihr auf den Bandnamen Killerpilze gekommen, den man zumindest kontrovers diskutieren kann... Jo: Die Geschichte ist sehr viel unspektakulärer als man vielleicht vermuten mag, aber das kommt raus, wenn 14-Jährige zusammensitzen, um sich einen Bandnamen zu überlegen. Wir fanden, dass der Name cool klingt, im Kopf bleibt. Sonst haben wir uns eigentlich keine großen Gedanken gemacht. Dass der Name 14 Jahre später immer noch präsent ist, zeigt, dass wir damals anscheinend nicht so falsch lagen. Fabi: Wir machen uns nie Gedanken über diesen Namen. Wir heißen nun mal Killerpilze und das ist verdammt gut so. Drei der vier Gründungsmitglieder aus dem Jahr 2002 spielen auch 2016 noch bei der Band. Ist diese Beständigkeit eines der wichtigsten Erfolgsgeheimnisse der Killerpilze, neben der Bodenständigkeit Eurer schwäbischen Heimat? Jo: Ich glaube, dass das Wichtigste ist, dass wir Bock haben, zusammen Musik zu machen. Die Leute merken, dass wir nicht nur echte Freunde, sondern auch eine echte Band sind. Das gibt den Menschen etwas. Eine Art Konstanz in Zeiten, wo es kaum noch Bands gibt, die sich auch mal durch harte Zeiten durchbeißen, ohne sich aufzulösen, oder „neue Projekte“ zu starten, um damit evtl. schneller erfolgreich zu werden. Also hast du ver-

mutlich recht, wenn du sagst, dass Beständigkeit ein Teil des Erfolgs ist. Es kommen häufig junge Bands zu uns und nennen uns als Vorbilder. Da ist irgendwie skurril, weil wir ja selbst erst Mitte Zwanzig sind, aber natürlich freuen wir uns über den Zuspruch auch. Mäx: Das große Geheimnis liegt für mich auch darin, dass wir Drei immer in dieselbe Richtung wollten, egal, was gerade die äußeren Umstände waren. Wir wissen, was wir können, wohin wir wollen und finden immer gemeinsame Wege, wie wir dorthin kommen. Wie seht Ihr rückwirkend die ersten Erfolge als eine Art ´Tokio Hotel´ des Punk´ bzw. ´Ärzte- Clones´? Fabian: Abgesehen von den ganzen unglücklichen Etiketten für unsere Musik, die da durch die Medien kursiert sind, war das eine wahnsinnig aufregende Zeit, die man teilweise erst selbst wieder begreift, wenn man sich Aufnahmen von damals ansieht. Wir sind innerhalb von 3 Monaten von einer Schülerband zur gehyptesten jungen Band in Deutschland geworden, das war schon eine verdammt zügige Veränderung. Jo: Raus aus dem Heimatkaff, rein ins 5-Sterne-Hotel und auf die großen Bühnen. Das muss man erstmal verkraften. Wir haben die Zeit auf jeden Fall genossen und alles mitgenommen, was man auf jeden Fall auch tun sollte, wenn man diese Chance bekommt. Wir hatten ein Quäntchen Glück und haben schon damals gute Arbeit geleistet und dann kam das Eine zum Anderen. Wir sind echt dankbar für den Startschuss unserer Karriere. Mäx: Ich glaube aber vor allem, dass der Erfolg darauf begründet war, dass wir schon damals unseren eigenen Kopf, unsere eigene Identität hatten und nicht die Kopie von irgendwas waren. Sowas spürt man. 2009 habt Ihr Euer eigenes Label gegründet, war dieser Schritt im Nachhinein erfolgreich und kümmert Ihr Euch neben der Musik gleichberechtigt um die Labelarbeit oder wurde das Label mittlerweile wieder eingestellt? Fabian: Auch unser aktuelles Album ´High´ ist im März auf unserem eigenen Label erschienen, allerdings konnten wir uns über die Jahre strukturell etwas vergrößern, so dass wir nicht mehr jeden kleinsten Handgriff ganz alleine machen müssen. Das ist sehr entlastend, weil wir uns mehr auf die Musik konzentrieren können, war aber auch mal anders... Jo: Gerade als wir begonnen haben auf eigenem Label zu arbeiten, war das ein unglaublich langwieriger Lernprozess für uns. Wir mussten uns von der Buchhaltung über Promotionkonzepte bis hin zum Versand mehr oder minder alles selbst draufschaffen. Zum Glück stand uns schon damals unser Management zur Seite. Wir genießen die Freiheit auf eigenem Label aber sehr und konnten in den letzten Jahren tolle Erfolge verzeichnen.... Mäx: Solange wir nicht das Gefühl haben, dass es bei einem Major-Plattenlabel jemanden gibt, der für uns als Band und unsere Musik brennt und sich dafür genauso hineinkniet wie wir selbst das tun, überlegen wir auch nicht, diese Freiheit wieder aufzugeben. Markiert das Album „Grell“ aus dem Jahr 2013 endgültig den Schritt hin zu einer erwachsenen Band? Jo: Am Ende wollen und können wir das als Band nicht entscheiden. Was ist denn schon erwachsen, was nicht? Ich glaube, was sich mit ´Grell´ aber entscheidend verändert hat, ist die Wertschätzung, die wir von außen, sei es von Kritikern, dem Mainstream oder Szene-Leuten, bekommen habe. Das Album hat das allgemeine Stimmungsbild für die Killerpilze insofern verändert, dass wir damit endlich die längst überfällige Anerkennung für unsere Musik und Arbeit bekommen haben, die uns viel zu lange verwehrt geblieben ist. Endlich hatten wir nicht mehr das Gefühl, uns für unseren frühen Erfolg rechtfertigen zu müssen, sondern standen auf einmal bei ´Rock Am Ring´ und wurden abgefeiert. Das war wichtig. Text: Frank Keil Bild: Sub SoundS Kaiserslautern, Kammgarn, 05. November, ab 20 Uhr www.killerpilze.de

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