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saar-scene Juli 07/04

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46 QUATTROCULT // ANZEIGE 47 QUATTROCULT // ANZEIGE LIPÖDEMFRAUEN AUFKLÄRENDE FOTOKAMPAGNE Corinna Hansen-Krewer ist eine hübsche Frau und hat auch als Fotografin ein Auge für Schönheit. Was mit ihrem Körper geschieht, ist hingegen nicht schön, denn er produziert übermäßig Fettgewebe an den Armen, Hüften und Beinen. Keine Diät, kein Sport hilft ihr dabei das Fett und die damit verbunden körperlichen und seelischen Schmerzen loszuwerden, denn sie leidet an einer weitestgehend unerforschten (Frauen-) Krankheit namens Lipödem. Mit einer Fotoreihe, will Corinna mehr Bewusstsein für diese Krankheit schaffen, die das Leben der betroffenen Frauen zur Hölle machen kann. Du hast gerade eine Kampagne gestartet, die über diese weitestgehend unbekannte Krankheit aufklären soll. Kannst Du die Kampagne kurz beschreiben? Ich möchte erschrecken, um wachzurütteln, daher Frauen in Unterwäsche oder Kompressionsbekleidung mit dicken, unförmigen Armen und Beinen, Besenreisser, blauen Flecken, Dellen und ich will der Krankheit einfach ein Gesicht geben und zeigen, wer hinter den kranken Fettmassen, den Schmerzen, der Traurigkeit und Verzweiflung steht. Umgangssprachlich wird die Krankheit wenig schmeichelhaft auch als „Reiterhosensyndrom“ bezeichnet. Du bist selbst von dem Lipödem betroffen. Kannst Du aus persönlicher Sicht beschreiben, was diese Krankheit für eine Frau bedeutet? Die permanenten Schmerzen schränken einen sehr ein. Es gibt Tage, an denen der Schmerz zu ertragen ist und es gibt Tage (besonders im Sommer), an denen auch kein Schmerzmittel mehr hilft und die Verzweiflung groß ist. Durch das wachsende Fett wird man immer bewegungseingeschränkter – jede Bewegung ist Belastung für Knie, Becken, Gelenke und Rücken und führt zu Folgeschäden. Ein Lipödem ist im Gegensatz zu gesundem Fett, sport- und diätresistent, was sich negativ auf den natürlichen Umgang mit Nahrung auswirkt. Die seelischen Schmerzen und der Selbsthass gegenüber dem immer schlimmer werdenden, entstellenden Fett sind enorm. Die Seele weint wegen verletzenden Kommentaren und Blicken der Mitmenschen, weil die Ärzte kaum Tipps haben und weniger über die Erkrankung wissen als man selbst und die Krankenkassen sich dumm stellen. Der tägliche Kampf, immer wieder aufzustehen, obwohl alle Verantwortlichen wegschauen und einen allein lassen, ist schlimm. Wie sehen die Fortschritte in der medizinischen Forschung aus? Welche Unterstützung erhältst Du von Ärzten und den Krankenkassen? Es gibt keine Forschung, es gibt kaum Studien und auch kaum Ärzte, die sich wirklich mit der Erkrankung auskennen, kaum Ärzte, die den Patientinnen weiterhelfen und die ordentliche Therapiemaßnahmen verschreiben. Wie waren die Begegnungen mit den Frauen, die Du fotografiert hast? Es war mir ein Fest. Es war interessant, so viele Frauen mit den gleichen Nöten, Ängsten und Sorgen kennenzulernen, die alle unheimlich humorvoll und voll Power sind. Es war aber auch unheimlich emotional, die ein oder andere Träne ist schon in die Augen getreten. Du hast Dich dafür entschieden, das Fettgewebe chirurgisch entfernen zu lassen. Warum dieser Schritt? Ich habe mich für die OPs entschieden, weil die Therapie mit Lymphdrainage, Bewegung sowie Kompressionsstrumpfhose und Armstulpen erfolglos blieb und die Schmerzen immer heftiger wurden. Von der Krankenkasse wurde ich mit den Worten abgespeist, ich sei adipös und sollte eine Psychotherapie machen. Wie fühlst Du Dich heute mit der Krankheit? Ich habe bereits 2 von 3 OPs hinter mir. Bisher ist das Gewebe noch verhärtet und geschwollen – es kann bis zu einem Jahr dauern, bis sich das Gewebe regeneriert hat. Aber: Seit der OP www.soul-feelings.de kann ich meine Arme wieder belasten, ich kann Treppen laufen, ohne mitten auf der Treppe stehen bleiben zu müssen, weil die Kraft nicht mehr ausreicht und die Schmerzen zu stark waren. Und diese Tatsachen lassen mich weiter hoffen auf endgültige Schmerzfreiheit. Was erhoffst Du Dir von der Kampagne? Ich wünsche mir, dass sich Ärzte informieren, sodass sie Patientinnen den richtigen Rat geben können, dass sich Sanitätshäuser weiterbilden, dass Physiotherapeuten wissen, wie man richtig lympht sowie richtig wickelt zwischen den Lymphdrainagen. Ich wünsche mir mehr offene Augen und Ohren von Mitmenschen, ohne Vorurteile. Außerdem wünsche ich mir, dass Lipödem nicht als Überfressen abgetan wird und dass wir mit unserer Erkrankung ernste genommen werden – ein normales Übergewicht tut nicht weh und ist durch Sport und Ernährung zu beeinflussen. Interview: Markus Brixius Bilder: Corinna Hansen-Krewer KulturQuickie DIE NACHTIGALL MUSIKALISCHESMÄRCHEN NACH CHRISTIAN ANDERSEN Eines der schönsten Märchen von Hans Christian Andersen erzählt von Hartmut Volle. Musikalisch umrahmt von Arrangements und Kompositionen des Saarländers Ro Gebhardt. Die Musik ist eine Melange aus traditioneller chinesischer und japanischer Folklore und westlicher Harmonik und Melodik, des Jazz, Pop, Latin. Eine Kombination aus Durcharrangiertem und Improvisiertem. Text und Bild: Veranstalter Kirche St.Michael, Saarbrücken, Samstag 30. August, ab 18 Uhr Der Eintrtitt ist frei!

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