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saar-scene April 04/16

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8 TITEL TERROR GRUPPE

8 TITEL TERROR GRUPPE SARKASTISCHER DEUTSCH-PUNK AUS BERLIN Für alle, die bereits in den 1990er Jahren neben den Toten Hosen und den Ärzten nach einer ernstzunehmenden Punkrock-Alternative abseits des Mainstream suchten, war die Terrorgruppe aus Berlin genau richtig. Mit humorvollen, deutschsprachigen Texten und einem musikalischen Mix aus Fun- Punk, Ska und Pop (laut Band kurz Aggropop) erspielte sie sich dank anarchistischer Grundhaltung ein stetig wachsendes Publikum. Auch die dazugehörige Diskografie konnte sich sehen lassen. Nach einer Auszeit und Projekten wie The Bottrops ist die Terrorgruppe seit 2013 wieder aktiv und hat nach „Inzest Im Familiengrab“ (2014) gerade das aktuelle Album „Tiergarten“ veröffentlicht. Und mit gewohnt sarkastischen Stücken Marke „Schlechtmensch“ kommen sie am 16.04. auf das Ant Attack Festival 2016, wie Gründungsmitglieder Archie „MC“ Motherfucker (Gesang/Gitarre) und Johnny Bottrop (Gitarre) im Interview verrieten. Text: Frank Keil Bild: Destiny Records

Die Terrorgruppe wurde 1993 gegründet und 2005 aufgelöst. Wie bewertet ihr rückblickend die Bandgeschichte dieser frühen Jahre? MC: Ich kann mich kaum noch erinnern, aber ich hab sicher mehrere Eigenheime verkokst. JB: Es war`ne Turbo-Höllenfahrt aus libidonösem Wahnsinn und geschmackvoller Raserei , ein zügelloser Kosmos voll Lärm, Parties, Frontalangriff und Ausschweifung, zwölf Jahre gingen vorbei wie 12 Monate. Wodurch kam es zur Neugründung 2013 und inwieweit unterscheidet sich die aktuelle Besetzung von der Gründungszeit? Sind die jetzigen Mitglieder noch in anderen Bands wie u.a. den Bottrops aktiv? JB: Nach der Veröffentlichung unserer Film-Doku „Sündige Säuglinge hinter Klostermauern - zur Lust verdammt“ wurden wir in ungefähr 30 Interviews jedesmal gefragt: „Wann spielt ihr eigentlich wieder?“ Wir haben immer konsequent „Nie wieder!“ gesagt, aber nach dem dreissigsten Interview dann doch mal so langsam selber gefragt: „Was ist eigentlich, wenn all die Leute recht haben und wir nicht? Wenn es vielleicht ja doch Sinn machen täte…“ MC: Die jetzige Besetzung ist mit Zip Schlitzer nahe an der damaligen Hauptbesetzung in den 90ern. Nur unser damaliger Schlagzeuger Hermann von Hinten wurde durch Kid Katze ersetzt, weil er mittlerweile für VivaConAqua in Afrika Brunnen buddelt ... kaum Zeit und grosse Entfernungen. Ausserdem haben wir noch Eros Razorblade in die Band geholt, der spielt unter anderem die Orgel, welche wir schon immer gern dabei haben wollten. Ihr selbst bezeichnet Euren Stil als Aggropop. Was genau kann man darunter verstehen? MC: Viele Schlauberger-Puristen-Punker nervten uns in den 90ern immer mit ihrem stark begrenzten Verständnis für Punk. Da wollten wir uns nicht in unnötige und langweilige Diskussionen über die Deutungshoheit von Punk verstricken lassen und haben einfach unsere eigen Musikrichtung erfunden. JB: „Aggropop“ - Aggressive Popmusik... unser Punk-Verständnis reicht ein bisschen weiter zurück als „Dookie“, „Smash“ oder „Out come the wolves“... unser Punk nimmt sich auch was von der (Pop-)Musik von Stranglers, Iggy Pop oder frühe Blondie und Elvis Costello ... Devo, X, Replacements... auch mal Undertones, Protex, The Jam…. Geht es in Euren Texten primär nur um Spass, oder sollen die Zuhörer/Zuschauer auch mit einer klaren kritischen Meinungen/Botschaften konfrontiert werden? Also nur Unterhaltung, Infotainment oder hartes ´in your face´? JB: Entertainment, grober Spass und böse Sozialkritik sind kein Widerspruch. Da kommt bei uns zusammen was zusammengehört. Das ganze Zeug, was wir auf der Bühne reden oder in den Liedern texten, das quasseln wir auch genauso den ganzen Tag über, auf Tour oder zuhause in Berlin … MC: Zunächst mal schreiben wir über Dinge die uns selbst bewegen oder interessieren. Das Verpacken dieser Inhalte in ironische oder auch manchmal kindlich naive dadaistische Texte ist ein künstlerisches Stilmittel, um Aufmerksamkeit für unsere Inhalte zu bekommen und um kurzweilig zu unterhalten. Wir platzieren unsere durchaus auch mal ernst gemeinten Messages so durchs Hintertürchen bei den Zuhörern und geben ihnen gleichzeitig ‚ne gute Zeit ohne uns dabei selbst zu ernst nehmen zu müssen. Ich hasse Pathos. Eure Diskographie umfasst zahlreiche Studioalben, Singles und Compilation-Beiträge. Welche bewertet ihr rückblickend als besondere Meilensteine und warum? JB: „Meilensteine“ ist jetzt aber ein bisschen übertrieben... die wchtigsten Platten der Band sind die erste Single bzw die Single-Compilation „Nonstop Aggropop“, die „Musik Für Arschlöcher“ und die Live-Platte „Blechdose“ ... und natürlich die neue Platte „Tiergarten“. Für Euch haben DVD´s bzw. Videos (aktuell „Schlechtmensch“) wohl immer eine große Rolle gespielt. Sind das eher Spassproduktionen im Low Budget-Bereich oder versucht ihr da auch schon ´cineastische Schmankerl´ zu produzieren? JB: Wir versuchen cineastische Leckerbissen als reine Spassprojekte im Low Budget Bereich zu produzieren. MC: Es ist doch super, dass Bands heutzutage die Möglichkeit haben ohne die Fernsehzensur via Geschmacks-Control Redaktionen von MTV oder VIVA die visuellen Interpretationen ihrer Songs auf Internetplattformen zu publizieren. Ich versteh da eher die Bands nicht, die keine Lust haben vernünftige und abgefahrene Videos zu machen. Da merkt man dann schon wie begrenzt der künstlerische Horizont mancher Musikerkollegen ist. Neue Gebläsehalle Neunkirchen, Samstag, 16. April, ab 15.30 Uhr www.terrorgruppe.com

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