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Rasselbande Ausgabe 2017

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Der Begleiter durch Schwangerschaft, Geburt und Kleinkindzeit.

Editorial DIE KUNST,

Editorial DIE KUNST, NICHT PERFEKT ZU SEIN UND TROTZDEM KINDER ZU BEKOMMEN. Unsere Generation hat Angst vor dem Kinderkriegen. Zu Recht denkt Gastautorin Nicola Stefan! Aber wäre das anders, wenn wir weniger hohe Ansprüche hätten? Für den Fall, dass ich einmal Kinder haben sollte, waren für mich einige Punkte immer ganz klar: Ich würde sie besonders liebevoll erziehen, selbstverständlich. Ich wäre eine ruhige, besonnene Mutter. Ich würde nichts von meinen Kindern erwarten, außer, glücklich zu sein. All die Fehler meiner eigenen Erziehung? Ich würde sie niemals wiederholen. Außerdem würde ich natürlich wieder voll arbeiten, sobald das Kind bereit für Kinderbetreuung wäre. Also mit einem Jahr. Ich würde das deshalb so toll finden, weil ich ja überzeugt davon bin, dass es für Kinder in jeder Hinsicht förderlich ist, mit Gleichaltrigen in einer auf sie abgestimmten Umgebung zusammen zu sein. Im Übrigen wären meine Kinder besonders liebe, soziale Kinder und würden Gemüse lieben. Aber nur zu den Mahlzeiten! Dazwischen wird schließlich nicht genascht. Und dann bekam ich ein Kind.... Vieles, wenn auch nicht alles, kam natürlich anders. Diese Geschichte kennen bestimmt viele Eltern, denn die Realität ist immer ein wenig nüchterner als die romantischen Vorstellungen davon. Das war immer so und wird immer so sein. Ich meine aber, besonders die heutige Elterngeneration hat mit hohen oder vielleicht sogar utopischen Ansprüchen an sich selbst zu kämpfen. Bestätigt hat das auch eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB). Die Ergebnisse zeigen, welche Ängste, Sorgen und Dilemmas die scheinbar natürlichste Sache der Welt für uns so schwierig macht. 1) Eltern denken, sie müssen perfekt sein. Mehr als 80 Prozent der Befragten sind der Meinung, man könne bei der Erziehung von Kindern viel falsch machen. Rund ein Viertel findet sogar, dass Eltern ihre

Bedürfnisse komplett denen ihrer Kinder unterordnen sollten. Klar wollen wir alles perfekt machen. Wir sind die Generation der Selbstentscheider, Selbstverwirklicher und Selbstoptimierer. Wir kennen die Fehler, die unsere Eltern und Großeltern in der Kindererziehung begangen haben. Wir wissen alles über Impfungen, die kindliche Psyche, welche Nahrungsmittel Allergien oder Krankheiten auslösen. Wir kennen die Gefahren, die überall lauern. Natürlich haben wir Angst davor, irgendetwas zu übersehen, wenn wir einen Moment lang nicht voll auf unsere Kinder eingehen. 2) Eltern fallen zurück in alte Rollenmuster Knapp 30% der Eltern lehnen das männliche Alleinverdienermodell ab und leben es zu Hause doch. Rund ein Viertel der Befragten ist auch der Meinung, dass Mütter an den Nachmittagen zu Hause bei ihren Kindern sein sollten. Diese Haltung habe ich oft belächelt. Natürlich nur, solange ich selbst kein Kind hatte. Jetzt weiß ich nämlich, wie es ist, sein Baby im Arm zu halten und sich nicht vorstellen zu können, es jemals auch nur für wenige Stunden einem anderen oder gar fremden Menschen zu überlassen. Ich weiß jetzt, wie schwer es ist, seinen beruflichen Weg unbeirrt weiter zu gehen, wenn plötzlich an dem eigenen Herzen noch ein kleines externes Herz hängt, das einem mehr bedeutet als alles andere auf der Welt. Und ich weiß jetzt auch, wie es sich anfühlt, in einer wunderschönen, perfekten Kita den Betreuungsvertrag für sein einjähriges Kind zu unterschreiben und dabei in Tränen auszubrechen. Ich werde nie wieder Frauen verurteilen, die sich dafür entscheiden, bei ihren Kindern zu Hause zu bleiben. 3) Menschen empfinden das Elterndasein als Belastung „In Deutschland dominiert eine Kultur des Bedenkens, Zweifelns, Sorgens in Hinblick auf Elternschaft, obwohl der Wunsch nach einem Kind groß ist“, analysierte BiB-Direktor Prof. Norbert F. Schneider. Bedenken? Zweifel? Sorgen? Ja, ja und ja – und zwar nicht nur in Bezug auf die Elternschaft, aber da besonders. Das Elternsein werde als „schwer zu bewältigende Lebensaufgabe“ angesehen und die Menschen hätten auch Angst, dass dadurch die Karriere, das Kind und die Bedürfnisse der Eltern zu kurz kommen. Klar. All das kann ich unterschreiben. Und angesichts der ersten beiden Punkte ist diese Angst auch kein Wunder. Aber was ist die Alternative? Lieber gar keine Kinder als nicht-perfekte Eltern sein? Lieber den Kindern ein Leben mit fehlerhaften Eltern ersparen? Eine andere Umfrage hat kürzlich übrigens Folgendes ergeben: Rund 90% der Kinder halten ihre Eltern für die besten der Welt. Vielleicht brauchen Kinder also gar keine perfekten Eltern. Vielleicht können wir Kinder haben, ohne eine Lebenskrise zu erwarten. Und vielleicht ist sogar genau das die Kunst. Nicola Stefan ist Texterin und Übersetzerin und voller Liebe für die Sprache. In ihrem Blog www.sprachperlenspiel.at schreibt sie über Sinn und Herkunft ganz besonderer Perlen des Deutschen und über ihre Muttersprache: Österreichisch. Ein Beitrag von

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