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POPSCENE November 11/2019

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PETTING „Sag mal, gibt

PETTING „Sag mal, gibt es Petting eigentlich noch?“ wurde ich kürzlich gefragt. Eine spannende Frage, denn man kann sie sicher mit Ja und Nein beantworten. „Petting“ kommt vom englischen „to pet“ und heißt „etwas oder jemanden liebkosen“. Gemeint ist damit der Austausch jedweder sexuellen Handlung, jedoch ohne Geschlechtsverkehr. Nach meinem Verständnis gehört dazu, dass die sexuelle Handlung beidseitig geschieht, was etwa Tantramassagen vom Petting ausschließt. Scheinbar ist dies Haarspalterei, weist aber auf einen wichtigen Sachverhalt in dem derzeitigen Verständnis von Sex hin. In meiner Jugend (und die ist nun auch nicht sooooo lange her), war Petting eine eigene Art, Sexualität auszuüben. Ob das nun Streicheln, Lecken, Blasen, Fingern bzw. sich ohne oder mit Kleidung aneinander Reiben war, spielte keine Rolle. Sicher ist das Petting nicht ausgestorben, aber der wesentliche Unterschied zu heute ist, dass er damals nicht ein Weg zu mehr war, sondern ganz al-

#gesundesexualität 53 KARMA // ANZEIGE lein für sich stand. Heute ist Petting mehr eine Vorstufe zum Geschlechtsverkehr, dient als Vorspiel oder als mal schnelles Intermezzo wie zum Beispiel bei einem kurzen Blowjob. Sich stundenlang dem Petting hinzugeben, ohne dass es dann weiter gehen muss oder spätestens morgen dann aber „richtiger Sex“ vollzogen wird, ist eher die Seltenheit geworden. Eine Sexualforscherin – die ich hier nicht explizit erwähnen möchte – beklagte in einem kürzlich erschienenem Artikel eine Art sexuelle Verrohung in der Gesellschaft mit der Aussage „Was früher Hardcore war ist heute Blümchensex“. Soweit würde ich nicht gehen und es steckt auch eine sehr deutliche Wertung in der Haltung, wenn ein gewisser Sittenverlust beklagt wird. Es ist aber nicht von der Hand zu weisen, dass über Porno und auch explizites Vokabular schon früh im Jugendalter bzw. bereits in der Kindheit Einblicke in Möglichkeiten des Auslebens von Sexualität gegeben sind, welche auf eine gewisse Art entzaubern und ein scheinbares Wissen vermitteln, wobei aber das Erleben der feinen Stufen und Unterschiede verschiedener Praktiken darunter leiden. Das wiederum führt aus psychologischer und vor allem aus körpertherapeutischer Sicht zu einem Trennungsgefühl zwischen dem Erleben sexueller Reize und dem, was mein Körper und mein Bedürfnis eigentlich wollte. Ein wesentlicher Aspekt in einer Kultur also, in der sexuelle Dysfunktionen und ein Verlust des Spürens der eigenen Grenzen und Wünsche auf dramatische Weise bereits immer früher im Leben der Menschen auftauchen. Hier also mein Appell für Petting! Petting ist nicht nur ein öder Ersatz für Geschlechtsverkehr oder dient seiner Vorbereitung. Petting kann eine wahre Offenbarung bei eingefahrenen Sexgewohnheiten oder bei mentalen sowie psychosomatischen Problemen während des Geschlechtsverkehrs sein. Finde gemeinsam mit deinem Partner oder deiner Partnerin (wieder) ein spielerisches Interesse daran, euch lange und kreativ miteinander in die Lust zu steigern. So schaltest du dann auch Leistungsdruck und anderes Störende im Kopf aus und lernst dich hinzugeben, zu spüren, einzulassen und machst so den Weg frei für noch höhere Erregungszustände und ein Verbundenheitsgefühl, welches bei zu vorschnell durchgeführtem Geschlechtsverkehr häufig zu kurz kommt. Über den Autor Dr. Rouven Gehr ist Paartherapeut sowie Sexological Bodyworker und arbeitet u.a. als Sexualcoach in seinem „Atelier für Beziehungsentfaltung“ in Saarbrücken für das Finden und Begleiten von Wegen zu erfüllten Beziehungen in Partnerschaft, Sexualität und Persönlichkeit. www.beziehungs-entfaltung.de www.facebook.com/beziehungsentfaltung

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