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POPSCENE Mai 05/2020

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ANTIFLIRTING ZWEI

ANTIFLIRTING ZWEI WIENERINNEN GEGEN SEXUELLE BELÄSTIGUNG UND ÜBERGRIFFIGES VERHALTEN IM NETZ

Mit dem Instagram Account Antiflirting haben die zwei Östereicherinnen Kim und Caro eine Initiative zur Aufdeckung von übergriffigem Verhalten im Netz gegründet. Sie posten anonym Beiträge, die sie von Ihren Nutzern zugesendet bekommen, aus verschiedensten Plattformen wie Dating-Portalen oder anderen sozialen Medien, um darauf aufmerksam zu machen, wie leicht solches Verhalten von Tätern*innen ausgenutzt werden kann. Wir haben mit den beiden gesprochen. Liebe Caro, was genau ist antiflirting? Antiflirting begann als eine Instagram Seite mit dem Schwerpunkt sexuelle Belästigung via Nachrichten aufzuzeigen. Mittlerweile sehen wir dahinter eine ganze Bewegung, die unter dem Namen "antiflirting" passiert, genauso wie einen Begriff der das beschreibt, was die Täter*innen machen. Das übergriffige und belästigende Verhalten, der Sexismus, der Rassismus, der Ableismus und die Beleidigungen. Das nicht akzeptieren von Neins und das nicht respektieren von Grenzen. Das ist kein flirting, das ist das Gegenteil davon – das ist antiflirting. Den ersten Account @antiflirting haben wir im August 2019 erstellt. Im Herbst kontaktierten uns die ersten Medien, um über uns zu berichten – antiflirting sprach sich rum. Wir merkten dadurch und natürlich durch die vielen Nachrichten, die uns erreichten, dass das was wir machen sehr wichtig und notwendig ist. Im November und Dezember 2019 wurden wir von Instagram gesperrt (1), danach haben wir @antiflirting2 ins Leben gerufen, waren aber dann über einen Monat inaktiv. Seit 26.01.2020 sind wir wieder online. Wie seid ihr auf die Idee gekommen und wer steckt hinter der Page? Durch persönliche Erfahrungen und die unserer Freund*innen fand hier in den Freundeskreisen schon ein Austausch statt. Man schickte sich gegenseitig Screenshots, wenn man solche Nachrichten bekommen hat. Irgendwann bemerkten wir, wie oft das eigentlich passiert und wie viele Screenshots sich da anhäuften und waren uns sicher, dass wir damit sicher nicht alleine sind. 9 Für uns war klar, dass wir was dagegen unternehmen möchten. Wir beschlossen eine Instagram Seite zu erstellen, wo man Screenshots einsenden kann, um sie anonym zu posten. Damit wollten wir direkt aufzeigen, was täglich in den Postfächern vieler Menschen lauert. Wir sind Kim und Caro aus Wien und betreiben die Seite seit Beginn miteinander. Wir arbeiten und studieren beide, und betreiben die Seite in unserer Freizeit. Seit der Doku von @trudoku / @funk, die im Februar veröffentlicht wurde, stehen wir auch mit unseren Gesichtern für das Projekt, davor waren wir anonym und haben nur gelegentlich unsere Vornamen und unser Alter in Interviews erwähnt. Gab es einen Beitrag, der euch besonders schockiert oder getroffen hat? Auch wenn man Erfahrungen nicht miteinander vergleichen kann und sollte, gibt es natürlich immer wieder Konversationen, die besonders schlimm sind. Vor allem dann, wenn Gewalt, Missbrauch und minderjährige Menschen involviert sind. Oft gibt es auch Nachrichten von Ex-Partner*innen oder anderen im Umfeld nahestehenden Personen wie Kolleg*innen, Freund*innen, Erziehungsberechtigte, die zum Beispiel die Betroffenen nach einem Übergriff nochmals kontaktieren und sich selten einsichtig zeigen. Diese und andere potenziell traumatisierenden Postings versehen wir auf dem Account mit Trigger Warnungen (2). Ein Mal kam es vor, dass uns ein Screenshot erreichte, in dem ein Essenslieferant die Einsenderin nach der Lieferung privat kontaktierte. Selbst, wenn die Nachrichten hier nicht sexuell oder übergriffig sind, steht hier immer noch der rechtliche Aspekt der rechtswidrigen Datenentnahme des Täters im Raum. Bei solchen Fällen versuchen wir mit den Betroffenen über ihre Möglichkeiten zu sprechen, wie sie sich (auch rechtlich) wehren können. TITEL

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