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POPSCENE Mai 05/2020

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Inwiefern unterscheiden

Inwiefern unterscheiden sich die 11 aktuellen Stücke zwischen „Limbo“ und „No Bad Days“ von den bisherigen Alben zwischen „Hieb & Stichfest“ (2002) und „Biste Mode“ (2015)? In welche Richtung geht die neue Standortbestimmung musikalisch und textlich? Als erstes sollten wir festhalten, dass wir alle mit „Hieb & Stichfest“ wesentlich glücklicher sind als mit „Biste Mode“. Das kommt vor, denn wir sind keine Maschinen, wir nehmen Umwege, irren uns und sollten keinen Schiss haben, mal daneben zu liegen. Bei unserem ersten Album waren wir zwischen zwanzig und dreißig, jetzt sind wir fünfzehn Jahre weiter. Es ist nahezu unmöglich und wäre außerdem sehr schade, sich im Laufe einer solchen Zeit nicht zu verändern. Für die Arbeit an „Limbo“ gab es zwei entscheidende Veränderungen in unserer Routine: Erstens haben wir gemeinsam getextet und Gesangslinien entwickelt und zweitens hatten wir eine sehr genaue Vorstellung davon, wie dieses Album klingen soll. 6 TITEL

Welche Rolle spielt der Labelwechsel hin zu Four Music dabei und wie ist es dazu überhaupt gekommen? Ein neues Management habt ihr auch? Four Music sind uns mit Ehrlichkeit und Vertrauen begegnet – dies sind zwei unschlagbare Argumente für eine Zusammenarbeit. Wir haben uns recht zwanglos zusammengesetzt und Ideen für die Zukunft besprochen. Das war Anfang 2017, vor der „Nie wieder 20“ – Sause und vor Miez’ Babypause. Mit unserem jetzigen Management arbeiten wir seit 2016 zusammen. Nach fast zwanzig Jahren in der gleichen Konstellation mit unserem alten Team war es Zeit, Zöpfe abzuschneiden und sich neu auf die Socken zu machen. Welche Rolle hat Produzent Mic Schröder für den MiA.-Neuanfang gespielt, wie seid ihr auf ihn gekommen? Mic hat sein Studio schräg gegenüber unseres Proberaums, er war in den letzten Jahren irgendwie immer da und wollte unbedingt mit uns arbeiten. Über diese Nähe und diesen Vertrauensvorschuss kamen wir zusammen für „Limbo“. Mic hatte die Geduld, die Souveränität und die Neugier, aus uns herauszuholen, was wir wirklich wollen. Er war ehrlich und kritisch, aber nie festgefahren in seiner Meinung, hat sich echt jede Diskussion gegeben und uns stundenlang beim streiten und debattieren zugehört. Er ist kein „das geht nicht, das mache ich schon immer so – Typ“. Das hat enorm geholfen. In Sachen Text und Musik habt ihr erstmalig auf kollektives Arbeiten gesetzt. Wie muss man sich das konkret vorstellen und hat das reibungslos geklappt? Wenn sowas reibungslos klappt, dann stimmt was nicht. Konkret bedeutet es, sich mit einer Vielzahl von Geschichten, Sichtweisen und Wortfindungen zu beschäftigen. Da sind Schnellschüsse und lang erdachte, liebgewonnene Zeilen dabei – das muss man mit jedem Song neu erfahren und praktizieren. Das ist anstrengend, aber es hat sich gelohnt. Wie wichtig sind Videos und Social Media generell für euch? Zu „Kopfüber“ und „No Bad Days“ sind zur Albumveröffentlichung zwei neue Videos erschienen, seid ihr zufrieden damit? Wir sollten das „Limbo“ – Video hier nicht unter den Tisch kehren! Das ist ein lang ersehnter Traum von uns, dass jemand anderes als wir die Hauptperson in einem MiA.- Video ist!!! Viel von dem, was man in diesen Clips sieht, ist auf unserem Mist gewachsen. Das ist auch wieder anstrengend, weil es am Ende dann doch anders als gedacht wird, aber dafür ist es eben auch immer wieder toll, mit Menschen an Regie und Kamera zu arbeiten und eine Idee durch ihre Augen umzusetzen. Social Media ist aktuell, zumindest für unsere Arbeit, wichtiger denn je. Wir versuchen, das Ganze so zu machen, dass wir das Gefühl behalten, „bei uns“ zu sein. In Zeiten der Covid-19 Pandemie ist soziales Engagement wichtiger denn je. Habt ihr aktuell Pläne für Aktionen bzw. wird es zur Tour im November/Dezember etwas in dieser Richtung von MiA. geben? Planen ist grad eher für die Tonne. Das ändert sich ja jeden Tag. Soziales Engagement spielt in all unseren Planungen trotzdem eine wichtige Rolle, wichtiger ist es aber, die von uns vertretenen Werte individuell in unserem Alltag zu leben – und dies tun wir nach Kräften. Text: Frank Keil | Bild: PR Kammgarn, Kaiserslautern // 05. DEZ 20.00 miarockt.de 7 TITEL

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