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POPSCENE Juli 07/19

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56 ANZEIGE HOMOSEXUALITÄT! WO STEHT UNSERE GESELLSCHAFT? KOMMENTAR VON ALFONSO PANTISANO, BUNDESVORSTAND LESBEN- UND SCHWULENVERBAND (LSVD) Wir Deutschen behaupten von uns, dass wir weltoffen und liberal sind, dass wir viel weiter sind, als andere Länder. Entschuldigt, aber das ist absoluter Bullshit: Wir müssen nur auf die ehemalige saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und ihren Äußerungen zur Ehe für Alle zurückschauen, um zu sehen, wie tief die Homophobie noch in unserer Gesellschaft steckt. Nicht umsonst hat die CDU- Chefin von unserer Community den hochverdienten Titel der Miss Homophobia erhalten. Gerade heute erleben wir wieder, wie zurückgewandt, konservativ und reaktionär unser Land sein kann. Allen voran manche Medienanstalten, die sich immer noch schwertun, der Realität ins Auge zu schauen und uns Lesben, Schwule, Bi-, Trans*- und Intersexuelle als wichtigen Teil unserer Gesellschaft zu akzeptieren und zu porträtieren. „Vincent kriegt keinen hoch, wenn er an Mädchen denkt“ – die deutsche Sängerin Sarah Connor hat vor ein paar Wochen den Song „Vincent“ veröffentlicht und es gibt Radiosender, die sich weigern dieses Lied vollständig zu spielen. Vincent, Abdul, Miguel und auch Alfonso kriegen keinen hoch, wenn sie an Mädchen denken– und zwar weil sie einfach schwul sind! Homophobie und Transphobie, Mobbing, Diskriminierung sowie Fremdenfeindlichkeit sind das Gift unserer Gesellschaft. Und während unser Land immer weiter nach rechts marschiert, werden Minderheiten immer heftiger zurückgedrängt. In eine neue Zeit, die sich an der alten und dunklen Energie bedient! Und wir? Anstatt uns als Gesellschaft nach vorne zu bewegen, lassen wir uns immer mehr von den Feinden unserer Demokratie zurückdrängen. Wollen wir wirklich in einer solchen Gesellschaft leben? Haben wir aus der Geschichte nichts gelernt? Wir können dieses Mal nicht mehr sagen, wir hätten von all dem nichts gewusst! Foto: Jordan McDonald

In letzter Ausgabe haben wir die Fragen aufgeworfen, inwiefern die politischen Botschaften des CSD noch bewusst und wahrnehmbar sind. Wir regten die kritische Diskussion darüber an, inwiefern „Homosexualität“ in allen Lebensbereichen unserer Gesellschaft als „selbstverständlich“ angekommen ist. Daran anknüpfend ein Beitrag des seit 1994 renommierten Hip Hop-Journalisten Falk Schacht: Es war 1999 als Kool Savas das Lied "Schwule Rapper" veröffentlichte. Der Refrain lautete "Was geht'n mit euch, alle Mcees sind schwul in Deutschland". Damals ein Affront gegen die gesamte Deutschrap- Szene, die natürlich alles andere als Schwul sein wollte! Auch wenn man damals in Freestyle Battles / Songs männlichen Gegnern immer gerne androhte, dass man ihn so "richtig ficken" wird. Selbst Kool Savas rappt in "Schwule Rapper" nach der Feststellung "Savas ist der beste MC aus Deutschland" folgende Zeile: "Und deswegen, nehm ich jeden von euch Wichsern durch, auf jeden". Der offensichtliche Widerspruch fiel nur sehr wenigen auf und die Androhung seinen Gegner "zu ficken" gehört bis heute zum Standard Repertoire vieler Rapper! Die Frage wann sich in Deutschland ein Rapper als schwul outen würde stand jahrelang im Raum. Die Rapperin Sookee ging voran, der Rapper Kobito leistete seinen Beitrag, weitestgehend unbemerkt von der HipHop Szene. 16 Jahre vergehen bis der Rapper Juicy Gay sein Mixtape "Trapgaylord" direkt in das Herz der Szene droppt und darauf konsequent die Aussagen von Kool Savas‘ Song "Schwule Rapper" ernst nimmt. Also rappt er wie Kool Savas ihm einen bläst in einem Pool, dass er mit Farid Bang zärtlich Zungenküsse austauscht während er Samy Deluxe durch sein Haar streicht und ihm im Gegenzug Oralsex anbietet. Jetzt könnte man denken, dass die Rap Szene oder die angesprochenen Rapper Kopf gestanden wäre, und sich Juicy Gay vielen Disses ausgesetzt gesehen hätte. Das Gegenteil war der Fall! Juicy Gay wurde mit offenen Armen empfangen und viele Rapper und die Journaille pushten ihn! Ein Anfang im deutschen Rap dem noch viele folgen müssen! Text: Falk Schacht

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