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Max Ophüls Preis 2021

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Bei der Online-Edition des 42. Filmfestivals Max Ophüls Preis vergeben insgesamt sieben Jurys zwölf Preise. Während der Festivalwoche sichten alle 23 Jurymitglieder online die jeweiligen Filmbeiträge in den vier Wettbewerbskategorien

Andréas-Benjamin

Andréas-Benjamin Seyfert mit seinem Großvater Marcel Ophüls, dem Sohn von Max Ophüls beim Filmfestival Max Ophüls Preis 20

MAX OPHÜLS WAR KEIN UNPOLITISCHER MENSCH magazin Andréas-Benjamin Seyfert ist der Urenkel von Max Ophüls. Im Interview spricht er über die Gesellschaftskritik in den Filmen seines Urgroßvaters und wie dessen Werk bis in unsere Gegenwart wirkt. Herr Seyfert, mit Max und Marcel Ophüls haben Sie gleich zwei bekannte Filmemacher in Ihrer Familie. Wann und wie ist Ihnen das zum ersten Mal bewusst geworden? Relativ spät. Ich war bereits auf der Grundschule und durfte bei meinen Großeltern in Südfrankreich die Sommerferien verbringen. Marcel und Regine sind damals gerade aus Paris in die Pyrenäen gezogen, wo sie auch jetzt noch wohnen. Einer der Gründe für den Umzug war, dass mein Großvater den Traum hatte, täglich die Berge zu sehen, die ihm als Kind das Leben gerettet hatten. Marcel zeigte mir damals Ausschnitte von Filmen. Auszüge von SINGIN’ IN THE RAIN, LE PLAISIR und NORTH BY NORTHWEST waren dabei ein paar der frühesten Filmausschnitte. Zwischendurch kommentierte er. Wodurch ich auch erfuhr, dass mein Urgroßvater am Anfang der Tonfilmzeit vom Theater zum Kinoregisseur gewechselt hatte. Auf die Frage, ob er so etwas wie eine jüdische Identität empfindet, antwortete ihr Großvater einmal: „Ich glaube nicht an den lieben Gott – der Gedanke ist mir unappetitlich. Aber wir wissen es natürlich nicht. Meine jüdische Identität ist für mich daher auch nur ein politisches Thema. Politisch verleugne ich sie nicht, im Gegenteil. Ansonsten interessiert sie mich nicht.“ Wie ist Ihr Verhältnis zum Judentum? Mir ist das Judentum unheimlich wichtig. Ich bin der Vergangenheit meiner Familie bewusst und beschäftige mich mit dem Thema fast ununterbrochen. Die Ophülsens, Bambergers und Oppenheimers waren zum großen Teil assimilierte Juden, die ihrer Religion kaum gewahr waren, bis sie durch das Konzept der Nazis als angeboren und lebensunwert zur Gefahr wurde. Seither haben sich verschiedene Teile der Familie, das heißt, diejenigen die überlebt haben, entschlossen, so oder so mit der Frage ihres Glaubens umzugehen. Sie sind als Andréas-Benjamin Ophüls in der Schweiz geboren. Heute heißen Sie Seyfert. Wie kam es zum Namenswechsel? Der Nachname Seyfert und der Vorname Andreas mit dem Akzent kamen beide später. Auf dem Bändel, das man mir um mein Handgelenk nach der Geburt gebunden hatte, stand Benjamin Ophüls. Das Bändel habe ich immer noch. Mein Großvater geriet vor allem nach dem Film HOTEL TERMINUS, für den er damals einen Oscar gewann, immer mehr ins Visier von alten und von neuen Nazis. Da kann man es meinen Eltern kaum übelnehmen, dass sie ihre Kinder schützen wollten. Max Ophüls ist 1933 aus Deutschland nach Frankreich und dann 1940 von Frankreich in die USA geflohen. Dennoch sind auf den ersten Blick seine Filme den leichten Seiten des Lebens zugewandt. War Ihr Urgroßvater ein unpolitischer Mensch? Max war auf keinen Fall ein unpolitischer Mensch. In Frankreich arbeitete er gegen die Nazis und verbreitete demoralisierende Anti- Propaganda über das Radio auf Deutsch. Dies 21

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