Der POPSCENE E-Paper Kiosk


Swipe dich durch unsere kostenlosen E-Guides und erlebe Deine Region! Neben POPSCENE findest du hier interessante Broschüren, Leseproben, Magazine aus den Bereichen Tourismus, Kultur, Unterhaltung - multimedial, angereichert mit Fotos, fesselnden Videos und unterhaltsamen Audioclips, für einen faszinierenden Überblick über unsere Region.

Aktuell im POPSCENE E-Paper Kiosk

Aufrufe
vor 2 Jahren

Lesequickie - Leseprobe regionaler Autorinnen und Autoren

  • Text
  • Sommer
  • Blut
  • Mann
  • Augen
  • Schreibe
  • Jungen
  • Katrina
  • Kopf
  • Schreiben
  • Charois
  • Lina
Fünf Geschichten – eine Region: Nur AutorInnen mit einem besonderen Bezug zu unserer Heimat! Fünf Geschichten – ein Genre: Jede Ausgabe mit einem speziellen Genre - erkennbar an der Banderole! Fünf Geschichten – eine Mission: Beste Unterhaltung für die kleine Pause zwischendurch! Autoren: Carolin Summer - Narrenlauf - Die Weltenwechsler Akten (Band I) Benjamin Spang - Blut gegen Blut Carsten Schmitt - Tadukeh Heike Knauber - Najaden Das Siegel des Meeres Tanja Karmann - Der Mitternachtsladen - Verbundene Welten

STECKBRIEF NAME Tanja

STECKBRIEF NAME Tanja Karmann BEZUG ZUR REGION Saarländerin mit Herz und Seele, geboren in Püttlingen, aufgewachsen in Völklingen, Zwischenstationen in Dillingen und Saarbrücken. Jetzt im pfälzischen Vorposten. Foto: 180° Fotografie Schreiben bedeutet für mich... ... die Möglichkeit, der Begrenztheit der menschlichen Existenz zu entfliehen. Als echte Herausforderung beim Schreiben empfinde ich... ... eindeutig Kampfszenen. Manchmal empfinde ich es auch als lästig, so lange an ein Projekt gebunden zu sein – es gibt so viele Geschichten zu erzählen! Bei einer Schreibblockade... ... zwinge ich mich, trotzdem zu schreiben, auch wenn ich dann erstmal nur den Bildschirm anstarre. Meist platzt der Knoten dann irgendwann doch. Zum Schreiben brauche ich unbedingt... ... Ruhe. Absolute Ruhe. Musik, wie viele meiner KollegInnen, kann ich gar nicht gebrauchen. Ansonsten Wasser oder Kräutertee (nach dem ersten großen Kaffee). Wenn ich nicht schreibe, dann... ... schreibe ich. Pressemitteilungen, Patreon-Artikel, Instagram-Posts, Emails … und Choreographien. Da stehe ich dann auch mal von meinem Schreibtisch auf und tanze. Aktuell schreibe ich an... ... der Fortsetzung zum Mitternachtsladen. Website: www.tanja-karmann.de Instagram: TanjaKarmann Facebook: AutorinTanjaKarmann Patreon: TanjaKarmann

DER MITTERNACHTSLADEN. VERBUNDENE WELTEN. Ein Glöckchen bimmelte, als sie die Tür aufdrückte. Das Innere des Ladens empfing sie mit weichem Licht und wohltuender Wärme. Ein angenehmer Duft nach Holz und warmem Kerzenwachs lag in der Luft. Für einen kurzen Moment hielt Lina mitten in der Bewegung inne, schloss die Augen und atmete tief durch – vor Erleichterung, dem Wald und der Dunkelheit entronnen zu sein, wie sie glaubte. In Wahrheit war es das Übertreten der magischen Schwelle, das sie verharren ließ. Eine kleine Unstimmigkeit im transzendenten Gefüge, die man wie ein winziges Stolpern des Herzschlags spürt. Lina jedoch schenkte diesem Umstand wenig Beachtung, sondern betrat, ohne weiter nachzudenken den Laden und ließ die Tür hinter sich ins Schloss fallen. Der Laden war klein, nicht viel größer als die Drei-Zimmer-Wohnung, in der sie mit ihrer Mutter lebte. Hohe Regale säumten die Wände – allerdings keine modernen Supermarktmodelle aus kaltweißem Stahl und Lochblech, sondern altmodische Möbel aus dunklem, massivem Holz, die bis zur Decke reichten. Im hinteren Bereich konnte Lina sogar einen Apothekerschrank mit unzähligen Schubladen und Fächern ausmachen. Die Regale in der Mitte waren nur halbhoch, sodass Lina von der Tür aus den Raum überblicken konnte. Darauf standen allerlei Gläser, Metalldosen und alt anmutende Kartonagen. Die Regalbretter waren aus dem gleichen Holz gearbeitet wie die übrige Ladeneinrichtung. Sie hatten eine glänzende Oberfläche und offenbarten bei näherem Hinsehen eine feine, filigrane Maserung. Lina streckte die Hand aus und strich zögerlich, fast zärtlich, über die samtweiche Oberfläche und für einen kurzen Moment meinte sie, einen schwachen Geruch wahrzunehmen, fremd und doch vertraut, einen Duft nach warmen Vollmondnächten und Sandelholz – nicht dass Lina jemals bewusst Sandelholz gerochen hätte, von Vollmondnächten ganz zu schweigen. »Fühlt sich toll an, nicht wahr?«, riss eine weibliche Stimme Lina aus ihren Gedanken. Sie zuckte jäh zusammen. Hinter einer der Auslagen kniete ein junges Mädchen, das scheinbar gerade damit beschäftigt gewesen war, Ware aus Kartons auf die Präsentationsfläche an der Kopfseite zu räumen. »Ich erwische mich auch immer wieder dabei, heimlich darüberzustreichen«, sprach das Mädchen weiter. Ihre Stimme war wohlklingend und sie betonte die Worte auf eine leicht fremdartige Weise, die Lina nicht einzuordnen wusste. Ihr kurz geschnittenes, hellblondes Haar fiel ihr frech in die Stirn. »Wie siehst du denn aus? Hast du ein Bad im See genommen?« »Nein, es regnet draußen in Strömen.« »Wirklich? Das habe ich hier drinnen gar nicht mitbekommen. Soll ich dir vielleicht ein Handtuch bringen?« Lina nickte. Die junge Frau stand auf. »Ich bin gleich wieder da. Du kannst dir ja in der Zwischenzeit einen Kaffee holen. Hinten steht so eine neumodische Maschine.« Sie nickte mit dem Kopf in Richtung Rückwand, drehte sich um und ging leichten Schrittes davon, wobei ihr Rock fröhlich hin- und herschwang. Lina sah ihr kurz nach. Wie versprochen fand sie einen Tisch, auf dem neben einer Zuckerdose aus Porzellan und einem kleinen Milchkännchen eine Kaffeemaschine stand, aus der gerade gluckernd und prustend das heiße, schwarze Getränk in eine Glaskanne lief und dabei den typischen Geruch von Filterkaffee

E-Paper Kiosk "Erlebe Deine Region"

[removed][removed]

POPSCENE - Das total umsonste Popkulturmagazin

POPSCENE News