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Leseprobe: Die Schmetterlinge ... und die anderen (Léo Breda)

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Für Britta Neumann hieß leben, mal die Würfel entscheiden lassen, mal Münzen werfen. Doch das ist zwanzig Jahre her. Aber als eine Stimme am Telefon sie daran erinnert, dass dieses Gesicht, das heutzutage alle von ihr kennen, nicht immer das Ihrige war, kommt das Spiel in den ruhigen Gassen ihrer Wahlheimat Frankfurt wieder in Fahrt. Sie weiß, dass sie dieses Mal nichts gewinnen kann und sogar alles verlieren könnte. „Die Schmetterlinge … und die anderen“, aus dem Französischen von Anni Sima-Ducree, verschreibt sich einer neuen Strömung des Roman Noir. Man schmunzelt, man lacht, dann taucht man mitten in spannungsgeladene Intrigen, wo die Grausamkeit der einen mit der Hinterlist der anderen wetteifert. Taschenbuch: 336 Seiten Verlag: FATHER OF SUN (8. Juli 2018) Sprache: Deutsch ISBN-10: 2954871784 ISBN-13: 978-2954871783

dran. Ich hatte feuchte

dran. Ich hatte feuchte Hände. Ich erkannte meine Musik; jemand hatte die Anlage nochmal aufgedreht: Talalaaa-lalaaa-la! Talalaaalalaaa-la! Talalaaa-lalaaa-la! Taala-tat-taaaaaa… Bäm! Ich streckte mich abrupt mit erhobenen Armen, meinen Zylinder fest auf den Kopf gedrückt und stieß die Klappen des von den Jungs mit einer großen, roten Schleife versehenen Kartons auf, in dem ich zusammengekauert gewartet hatte — Talalat-tatata! Talalat-tatata! Talalat-tatata! Auf ging’s! Ich war förmlich aus der Box heraus, in mein Element geschossen und jetzt ging ich in die Vollen! Mit geschwellter Brust, ich fühlte mich ein wenig ... Wie soll ich sagen? Wenn ihr wollt, ich war Rocky, der in den Ring steigt! Ich weiß nicht, ob ihr euch ... Könnt ihr euch ungefähr in die Szene ... reinversetzen? Die Jungs hatten mir gesagt, dass ich mühelos erkennen würde, für welchen der Meute das Geschenk bestimmt war. Sie hatten nicht gelogen; um sämtliche Verwechslungen zu vermeiden, hatte sich einer seiner Kumpels genau hinter ihn gestellt und hielt ein Schild mit einem großen, weißen Pfeil, der auf seinen Kopf zeigte. Der junge Mann saß auf einem Stuhl direkt vor mir, mit großen Augen, die sagten wie glücklich und stolz er war, so wohlmeinende Freunde zu haben. Ich schwang die Hüften im Rhythmus, erstaunt über mich selbst, das doch so glatt hinzubekommen. Ein echter Profi! Ich riss geschwind mit beiden Händen meine Klettverschlusshose auf, meine verführerischen Dessous enthüllend und ging auf ihn zu, setzte mich auf seinen Schoß, Beine weit gespreizt, den Kopf zurückgeworfen und zog seine Nase an meinen Busen, den ich mit einem hübschen Balconette-BH aus feiner Spitze, zur Geltung gebracht hatte. Mutiger werdend streichelte er meine Hüften und packte mich an der Taille. Aber ich erhob mich, unfassbar und aufreizend, ihn atemlos und geknickt zurücklassend und das war erst der Anfang. Ich wollte, dass er nur Augen für mich hatte, ich wollte ihn um den Verstand bringen. Dann erschallte Joes raue Stimme: Tala-Take off your coat! ... Talalat-tatata! Ta-Reaaal slow. Talalat-tatata! Ich tanzte an diesem Abend zweimal mit Kostümwechsel. Für meinen zweiten Auftritt präsentierte ich mich in der Kluft einer Pseudosekretärin. Es war lustig zu sehen, dass obwohl jeder in dem Raum alle Einzelheiten meines Körperbaus kannte, die Uhr auf Null zurückgedreht war, kaum dass ich mich wieder angekleidet hatte. Jeder 196

verschlang mich erneut mit den Augen und wartete ungeduldig, dass ich entblößte, was sich unter meinem eng um die Hüften anliegenden Kostümrock versteckte. Das Lied endete und ich errang unter großem Beifall meinen zweiten Triumpf des Abends. Danach wurde ich äußerst liebenswürdig behandelt. Ich hatte einen dicken Bademantel angezogen, was mir gut tat, denn als ich mich komplett entblättert hatte, nachdem ich meinen kleinen Slip in eine Ecke des Raumes geworfen hatte, nachdem ich mich in Position gebracht hatte, nur in hohen Schuhen und Strümpfen, das Gesäß schön nach hinten gewölbt, zog ich zwar die Aufmerksamkeit auf mich, war aber starr vor Kälte. Jetzt umzingelten mich die Jungs und schlugen sich nahezu darum, mich mit Getränken zu bedienen und mir kleine Häppchen zu bringen. Ich lehnte den Alkohol ab, sodann wurden mir Fruchtsäfte nach Belieben serviert. Sie boten mir an zu bleiben und mit ihnen zu feiern aber das war nicht Teil der Abmachung; Arbeit ist Arbeit! Ich dankte ihnen für ihre Freundlichkeit und verdrückte mich. (…/…) 197

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