Der POPSCENE E-Paper Kiosk


Swipe dich durch unsere kostenlosen E-Guides und erlebe Deine Region! Neben POPSCENE findest du hier interessante Broschüren, Leseproben, Magazine aus den Bereichen Tourismus, Kultur, Unterhaltung - multimedial, angereichert mit Fotos, fesselnden Videos und unterhaltsamen Audioclips, für einen faszinierenden Überblick über unsere Region.

Aktuell im POPSCENE E-Paper Kiosk

Aufrufe
vor 1 Jahr

Leseprobe: Die Schmetterlinge ... und die anderen (Léo Breda)

  • Text
  • Schaute
  • Augen
  • Wirklich
  • Kopf
  • Vielleicht
  • Junge
  • Paar
  • Mann
  • Bisschen
  • Giancarlo
Für Britta Neumann hieß leben, mal die Würfel entscheiden lassen, mal Münzen werfen. Doch das ist zwanzig Jahre her. Aber als eine Stimme am Telefon sie daran erinnert, dass dieses Gesicht, das heutzutage alle von ihr kennen, nicht immer das Ihrige war, kommt das Spiel in den ruhigen Gassen ihrer Wahlheimat Frankfurt wieder in Fahrt. Sie weiß, dass sie dieses Mal nichts gewinnen kann und sogar alles verlieren könnte. „Die Schmetterlinge … und die anderen“, aus dem Französischen von Anni Sima-Ducree, verschreibt sich einer neuen Strömung des Roman Noir. Man schmunzelt, man lacht, dann taucht man mitten in spannungsgeladene Intrigen, wo die Grausamkeit der einen mit der Hinterlist der anderen wetteifert. Taschenbuch: 336 Seiten Verlag: FATHER OF SUN (8. Juli 2018) Sprache: Deutsch ISBN-10: 2954871784 ISBN-13: 978-2954871783

Mein Wohltäter ließ

Mein Wohltäter ließ sich von meinen kleinen Sticheleien nicht irritieren. Der Junge war die Ruhe selbst. Er stieg auf, startete seine Maschine und lud mich ein, hinten aufzusteigen. »Zac, steht das für Zacharias?«, fragte ich, während ich mich setzte. »Zac wie Zaccaria! Ich bin Korse. Laut der Familienlegende tendierte mein Vater zu Julien. Glücklicherweise hat mich meine Mutter vor diesem traurigen Schicksal bewahrt«, brabbelte er durch seinen Integralhelm. »Ah, okay! Zaccaria ... Korse ...« Ich schaute auf meine unfassbar weißen Hände und spürte einen leichten Anflug von Frustration. Neben meinem philanthropen Motorradfahrer mit goldbrauner Haut und dichten, lockigen Haaren, erschien ich wie eine große Aspirintablette, die sich nach ihrem Glas Wasser sehnt. Da ich mich nicht auf eine mediterrane Abstammung wie Monsieur berufen konnte, blieben mir kaum Alternativen, um gut auszusehen; ich könnte vielleicht beten und auf ein Wunder warten oder mich wieder im Solarium grillen lassen. Aber ich träumte lieber davon, in die Sonne zu gehen und nichts anderes zu tun, als mich einen Monat lang an einem Strand zu aalen. Dieser Bursche musste komplett behämmert sein. Wenn ich auf Korsika geboren wäre, würde ich nicht eine Minute darüber nachdenken, auch nur einen Fuß nach Frankfurt zu setzen! Außer Frage! Aber ich war sehr wohl in Frankfurt. Und zu meinem Leidwesen war mir der Besitzer des hässlichsten Motorrads Europas und vielleicht der Welt, behilflich. Ich ließ mich in die Innenstadt fahren, schweigend und ein bisschen beschämt. Obwohl ich die glückliche Besitzerin einer Ducati Sport gewesen war, mit welcher ich mir mehr als einmal fast das Genick gebrochen hatte, überraschte ich mich, dem weichen und sicheren Komfort dieses Ochsenkarrens etwas abzugewinnen. Was war los mit mir? Schon wieder packte mich dieses Gefühl und ich war darauf und dran mir die Augen auszuweinen. Veränderungen vollzogen sich in mir, das war klar. Und ich war nicht sicher, ob mir das Zusammenleben mit meinem neuen Ich gefiel ... 111

[Zweiter Teil: Scharlachrot / Kapitel 8 – Misston] -Eine alte Bekannte taucht wieder in Brittas Leben auf. (…/…) Das Büro war von Samstag achtzehn Uhr bis Montagmorgen neun Uhr geschlossen aber ich stellte das Telefon immer auf mein Handy um. In der Regel ließ ich die Kunden auf den Anrufbeantworter sprechen und hörte anschließend die Nachrichten ab. Aber mir schoss in den Kopf, was Aliana mir wegen des berühmten, unbekannten Anrufers berichtet hatte und so entschied ich, das Telefon abzunehmen. Denn sollte es sich um einen Zögerlichen handeln, würde ich womöglich sein Vertrauen gewinnen und ihn von einem möglichen zu einem tatsächlichen Kunden machen. »Hallo, guten Tag! Neumann Catering, Britta Neumann am Apparat. Was kann ich für Sie tun?« »Jasmin? ...« Das Blut gefror mir in den Adern, als ich eine Frau diesen Namen aussprechen hörte; ich hatte den Eindruck diese Stimme wiederzuerkennen. Ein Knoten bildete sich in meiner Magengrube. Mein ganzer Körper fing an zu zittern. Wie durch ein Wunder hielt ich mich noch auf den Beinen. »Wie bitte? ...« »Jasmin? ... Ich möchte gerne Jasmin sprechen.« »... Ähm, ich glaube, Sie haben sich verwählt. Es gibt hier keine Jasmin. Tut mir leid.« »Oh doch, es gibt eine! Und zwar diejenige, mit der ich gerade spreche. Vielleicht gehst du deine Post holen? Ich rufe dich in fünf Minuten wieder an.« Sonntags Post? ... Das Telefonat mit dieser Unbekannten hatte nur einige Sekunden gedauert aber die reichten aus, um meine Welt ins Wanken zu bringen. Alles was in meinem Leben gut lief, schien plötzlich kurz davor sich einfach in Luft aufzulösen. Es gab eine Spannung und eine eindeutige Feindseligkeit in dem fast monotonen Redefluss ... Ich hätte mir gewünscht, kaltblütiger zu sein, stattdessen stürzte ich barfuß zum Treppenabsatz. Meine Beine überschlugen sich beinahe und ich sauste die Treppe hinunter, um Sekunden

E-Paper Kiosk "Erlebe Deine Region"

POPSCENE - Das total umsonste Popkulturmagazin

POPSCENE News