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Dresden Magazin - Edition 2021

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Dresden ist sicherlich eine der schönsten Städte in Deutschland. Das Dresden Magazin gibt einen schönen Überblick über die Stadt an der Elbe.

48 — FAMILIE &

48 — FAMILIE & FREIZEIT FAMILIE & FREIZEIT — 49 Elbe Spaziergang mit Karl May lebte nahe am Lößnitzgrund. Der zählte damals zu den beliebtesten Naherholungsgebieten der Gegend. Die Stadt Radebeul erweckt das romantische Tal jetzt zu neuem Leben Winnetou Text Thomas Winkler Naherholungsgebiet. Schon ab 1880 legte der „Verschönerungsverein für die Lößnitz“ die ersten Wanderwege an, vier Jahre später nahm die einst hochmoderne Schmalspurbahn ihren Betrieb zwischen Radebeul und Radeburg auf. Der „Lößnitzdackel“, wie die Radebeuler die tapfer schnaufende Dampfbahn liebevoll nennen, ruckelt noch heute durch das enge Tal, mitten durch den malerischen Dippelsdorfer Teich und Moritzburg. Ehemalige Mühlen, umgebaut zu Gaststätten, lockten damals die Ausflügler zu Hunderten nicht nur aus Radebeul, sondern auch aus Dresden. Im Sanatorium des Naturheilkundlers und Lebensreformers Friedrich Eduard Bilz gesundete damals die sächsische Hautevolee, 1905 baute der Freund von Karl May zudem sein Bilz-Bad, dessen Wellenmaschine bis heute in Betrieb ist. DER LÖSSNITZGRUND RUFT Diese glorreichen Tage will die Stadt Radebeul nun wiederbeleben. Ein erster Schritt dazu ist die Kampagne „Der Lößnitzgrund ruft“. 2020 fiel die geplante Veranstaltungsreihe zwar der Corona-Pandemie zum Opfer, 2021 soll sie aber nachgeholt werden. Angedacht sind verschiedene kulturelle und pädagogische Veranstaltungen, darunter ein Treffen von Indianistik-Klubs oder ein Sommerkino mit Indianer-Filmen. Auch die Karl-May-Festtage, die seit 30 Jahren jeweils drei Tage lang das Tal beleben, dürfen natürlich nicht fehlen. Und da derzeit die beeindruckende Spielstätte in Rathen renoviert wird, erwecken die Landesbühnen Sachsen hier auch noch Winnetou auf einer eigens errichteten Bühne zu neuem Leben. „Wir erleben den speziellen Reiz des Lößnitzgrundes bisher schon jedes Jahr, wenn wir während der Karl-May-Festtage Ausschnitte aus unseren Programmen dort spielen“, sagt der Intendant der Landesbühnen Sachsen, Manuel Schöbel. „Die Landschaft mit dem Lößnitzbach, der Schmalspurbahn und dem Hohen Stein, der hoch hinauf ragt in diesem schmal geschnittenen Tal, ist unverwechselbar und eine natürliche Umgebung für unser Theater.“ Bert Wendsche, der Oberbürgermeister von Radebeul, will das Tal nicht nur als Naherholungsgebiet in den Köpfen neu verankern, sondern auch als „grüne, sportliche, kulturelle Mitte der Stadt, in der Moderne und Heimatverbundenheit miteinander DER ZWIESPÄLTIGE KARL MAY Als Karl May nach Radebeul unweit seiner Geburtsstadt Ernstthal zog, genoss er bereits den Ruhm und Reichtum eines berühmten Schriftstellers. 1896 kaufte er sich die Villa in der heutigen Karl-May-Straße, deren Baustil als Beispiel „italianisierender Renaissance“ galt. Noch im selben Jahr brachte er auf deren Fassade den Schriftzug „Villa Shatterhand“ an. Sie war sein letzter Wohnsitz. Kurz nach seinem Tod ließ seine Witwe Klara May im Garten das Blockhaus „Villa Bärenfett“ bauen und eröffnete 1928 darin das erste Karl-May-Museum. Darin kann man in die Kultur der indigenen Völker Nordamerikas eintauchen, von denen May so fasziniert war. Auch in dem weitläufigen Garten des Anwesens ist viel zu entdecken, ein großes Tipi zum Beispiel, Kinder können dort nach Goldnuggets schürfen. Seit 1985 nutzt die Karl-May-Stiftung auch die Villa für ihr Archiv und Ausstellungen. Allerdings sind große Pläne im Gespräch. Die bestehenden Häuser müssen erhalten, das Archiv muss sorgsamer gelagert und die Ausstellung in der „Villa Shatterhand“ dringend aktualisiert werden, um Karl May in all seiner Zwiespältigkeit darzustellen. Schließlich hat der Mann nicht nur mehr als 200 Millionen Bücher verkauft, sondern auch ein Leben geführt, das bisweilen fantastischer anmutet als seine Romane. „Zu einem neuen Konzept“, sagt Museumsdirektor Robin Leipold, „gehört auf jeden Fall eine stärkere Auseinandersetzung mit der Person Karl May.“ Noch fehlt dafür allerdings das Geld. Die Karl-May-Stiftung verdient nicht mehr an den Verkäufen der Bücher, da ihre Anteile während der DDR-Zeit an den Bamberger Karl-May-Verlag verkauft wurden. Trotzdem ist Leipold zuversichtlich, dass die Institution in neuem Glanz erstrahlen wird – allerspätestens 2028 zum 100-jährigen Geburtstag des Museums: „Das wäre eine runde Sache.“

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