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Dresden Magazin - Edition 2021

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Dresden ist sicherlich eine der schönsten Städte in Deutschland. Das Dresden Magazin gibt einen schönen Überblick über die Stadt an der Elbe.

38 — WISSEN &

38 — WISSEN & WIRTSCHAFT WISSEN & WIRTSCHAFT — 39 Am Schlüssel zur Gesundheit Die Pandemie führt uns vor Augen, wie existenziell Wissenschaft und Forschung für unsere Gesundheit sind. In Dresden hat sich eine lebendige Lifescience- Szene angesiedelt. Ihre Baustellen sieht man nur mit modernsten Mikroskopen Text Jan Ahrenberg — Illustration Martin Rümmele STRESSTEST FÜR DEN COVID-TEST Was die Welt im Innersten zusammenhält, das erkundet die Biotype GmbH auf molekularer Ebene. Das Unternehmen war im Jahr 2000 eines der ersten, das von der Förderung Biotechnologie-Offensive des Landes Sachsen profitierte. Biotype entwickelt, produziert und vertreibt molekulardiagnostische Kits zum Nachweis und zur Quantifi zierung von RNA- und DNA-Markern. Seit mehr als 20 Jahren mit Erfolg – und unterschiedlichen Schwerpunkten. „Begonnen haben wir in der Forensik“, erzählt Wilhelm Zörgiebel, der das Unternehmen gemeinsam mit Karim Tabiti leitet. In diesem Segment haben sie Longseller auf dem Markt, die ein wichtiges Standbein des Geschäfts bilden. Darüber hinaus hat Biotype aber auch eine Technologieplattform entwickelt, die es ihr ermöglicht, bis zu 50 Parameter einer Genprobe standardisiert zu untersuchen – das ist vor allem für die sogenannte Das Unternehmen im Internet unter biotype.de „ALS WIR EINEN GROSSAUFTRAG FÜR COVID-19-TESTS ERHIELTEN, KONNTEN WIR INNERHALB EINER WOCHE RUND 800.000 TEST-KITS PRODUZIEREN“ — Wilhelm Zörgiebel Companion-Diagnos tic interessant, bei der zum Beispiel Krebstherapien auf die tatsächlichen Bedürfnisse eines Patienten maßgeschneidert werden. Als neueste Entwicklung setzt das Unternehmen nun auch auf eine gezielte Auftragsentwicklung für Labore im industriellen Maßstab. Ein Novum und Alleinstellungsmerkmal für einen Mittelständler, dessen Stärke vor allem in der Innovation liegt. „Als wir im Frühjahr dann einen Großauftrag für Covid-19-Tests erhielten, konnten wir so innerhalb einer Woche rund 800.000 Test-Kits produzieren“, erzählt Wilhelm Zörgiebel. Genau diese Flexibilität und Innovationsfreude verbindet die Biotype dann auch mit Dresden. „Gestartet sind wir 1996 eigentlich in Leipzig. Die Nähe zu international ausgerichteten Unis, das äußerst technologiefreundliche Umfeld und nicht zuletzt die Fördermöglichkeit haben uns dann aber letztlich von einem Umzug in die Landeshauptstadt überzeugt.“ DER „AUS“-SCHALTER FÜR DEN TUMOR Der Gedanke ist simpel: Wenn eine Krankheit Zellen unkontrolliertes Wachstum befehlen kann, dann muss es auch einen Befehl geben, der dieses Wachstum stoppt. Doch die Suche nach diesem Schalter führt durch unkartiertes Gelände. Nur gut, dass der Neuro-Stammzellenforscher Andreas Androutsellis-Theotokis da nicht im Dunklen tappt. Denn 2006 stieß der Yale-Forscher bei der Suche nach einer Möglichkeit, Stammzellen außerhalb des Körpers in einem labilen Gleichgewicht zu halten, auf einen Signalweg, der sich generell zur Steuerung des Zellwachstums nutzen lässt. Die Idee eines „Aus“-Schalters für wuchernde Tumore und eines „An“-Schalters zur Regeneration von Organgewebe wie einer geschädigten Pankreas war geboren. Stefan R. Bornstein, Leiter der Inneren Medizin am Carl Gustav Carus Hospital in Dresden, hörte von diesem Forschungserfolg und warb Androutsellis-Theotokis für sein Team. Gemeinsam wollen sie nun eine Zukunft schaffen, in der Diabetiker keine Insulingaben mehr benötigen und Gentherapien das Risiko eines Wiederaufflammens von Tumoren nach Chemo- oder Strahlentherapie eliminieren. 2010 gründeten sie das Biotechnologieunternehmen Innate Repair in London. 2020 folgte, brexitbedingt und mit Unterstützung des Dresdener Innovations-Förderprogramms, die Ausgründung des Saxony-Ablegers in der Inneren Altstadt. „Wir testen derzeit verschiedene Kombinationen von bereits zugelassenen Stoff klassen auf ihre Wirksamkeit im Körper“, sagt Gregor Mueller, Geschäftsführer von Innate Repair. „Haben wir die für unterschiedliche Zwecke gefunden, werden wir sie lizensieren und in der Pharmaindustrie vertreiben.“ Das Start-up im Internet unter innaterepair.com ZELLWACHSTUM WIE IM KÖRPER Glas ist eigentlich ein totes Material. Allerdings kann es sehr freundlich zu Leben sein. Vor allem in einer Pe trischale, deren Boden zuvor mit feinster Biotechnologie aus Sachsen beschichtet wurde. „Unsere Spezialität ist es, Stammzellen außerhalb des Körpers vorzutäuschen, dass sie sich in einem Körper befinden“, erklärt Dejan Hušman, Geschäftsführer und Gründer der denovoMatrix GmbH, einem Spinn-off der TU Dresden. Der Clou dabei: Da sich verschiedene Stammzellen im Körper je nach ihrer Umgebung unterschiedlich entwickeln, tun sie das auch unter Laborbedingungen – je nachdem, ob sie sich im Rückenmark oder in der Leber wähnen. „Uns gelingt das dank unserer patentierten Technologieplattform ohne tierische Seren, die bei der konventionellen Stammzell-Züchtung zum Einsatz kommen“, sagt Hušman. So lasse sich bei einer Stammzellen-Therapie nicht nur das Risiko ausschalten, Krankheiten aus der Tierwelt auf die Patienten zu übertragen; das Produkt sei zudem vollständig vegan – was immer mehr Patienten nachfragen. „Als wir 2018 gegründet haben, waren wir in der glücklichen Lage, in Dresden ein Umfeld mit einer lebendigen Biotechnologie-Szene vorzufinden“, freut sich Dejan Hušman, der an der TU promoviert hat. Es gebe eine profunde Expertise und einen großen Bedarf an neuen Biomaterialien. Die Community sei sehr offen für Innovationen. „Wir hätten uns kein besseres Umfeld für unser Start-up wünschen können.“ Mehr Infos zum Unternehmen unter denovomatrix.com

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