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Dresden Magazin - Edition 2021

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Dresden ist sicherlich eine der schönsten Städte in Deutschland. Das Dresden Magazin gibt einen schönen Überblick über die Stadt an der Elbe.

30 — KULTUR KULTUR —

30 — KULTUR KULTUR — 31 ROCK BEI DEN MUSIKFESTSPIELEN Der gefeierte Cellist Jan Vogler ist seit 2009 Intendant der Musikfestspiele. Zuerst musste kurzfristig die Solistin Yuja Wang absagen. Einen Tag vor dem Konzert fiel dann auch noch die ersatzweise engagierte Patricia Kopatchinskaja aus. Und als Jan Vogler, der Intendant der Musikfestspiele, dann am Abend der Aufführung mit Kit Armstrong den Ersatz des Ersatzes ansagen musste, da konnte er in den Gesichtern nicht die Enttäuschung erkennen, die er erwartet hatte, sondern bei den meisten ein entspanntes Lächeln. Armstrong bekam viel Applaus und Vogler den „Beweis, dass das Publikum für Überraschungen offen ist“. Diese Anekdote aus dem Jahr 2019 zeigt, dass das Dresdner Publikum in den mehr als vier Jahrzehnten, die es die Musikfestspiele jetzt schon gibt, vor allem eins gelernt hat: sich überraschen zu lassen. Denn auch wenn nicht plötzlich ein unerwarteter Virtuose auf der Bühne steht, gehört es doch zur Tradition der Veranstaltung, dass die klassische Musik hier möglichst weit und offen gedacht wird – bis hin zu Weltmusik, Jazz und sogar Rockmusik. UNKLASSISCH 14.5. – 12.6.2021 Diese Offenheit besaßen die Musikfestspiele schon seit ihrer ersten Auflage 1978. Gegründet aufgrund eines Beschlusses von höchster DDR-Stelle, wollte der real existierende Sozialismus „beweisen, wie frei und offen er ist“, erklärt der Cellist Vogler, der seit 2009 für das Programm verantwortlich ist. Einst lud die DDR internationale Spitzenorchester wie Karajans Berliner Philharmoniker aus dem Westen ein, nun bemüht sich Vogler um eine möglichst große stilistische Vielfalt und lässt 2021 die Rock-Legende Sting in Dresden konzertieren. Auch dass die Musikfestspiele stets unter einem Motto stehen, ist lange und gute Tradition. 2021 sollen die Akteure miteinander „Dialoge“ führen. Dazu hat Vogler mit dem Hong Kong Philharmonic Orchestra eines der besten asiatischen Orchester eingeladen, aber eben auch hierzulande bekanntere Namen wie Sir Simon Rattle mit seinem London Symphony Orchestra und das Philharmonische Staatsorchester Hamburg unter Kent Nagano. Das Dresdner Festivalpublikum ist es gewohnt, überrascht zu werden. Auch das Musikjahr 2021 wird zuweilen experimentell. Zwei Beispiele Text und Interview Thomas Winkler Wie offen das Klassik-Publikum ist, überprüfen der Jazz-Trompeter Till Brönner, die international gefeierte Chansonnière Ute Lemper, der senegalesische Griot Pape Diouf und der Jazz-Pop-Pianist Jamie Cullum. Das Motto „Dialoge“ könnte kaum besser in die Zeit passen. Während der Corona-Krise waren die Menschen gezwungen, sich zurückzuziehen. Nicht nur die Musikfestspiele 2020 mussten ausfallen, das künstlerische und das gesellschaftliche Leben kamen weitgehend zum Erliegen. „Dadurch ist die Dialog-Qualität, die in der Gesellschaft so wichtig ist, aber auch in der Musik eine herausragende Rolle hat, etwas in den Hintergrund getreten“, sagt Vogler, und hofft, diese Dialoge nicht nur bei den Dresdner Musikfestspielen 2021, nicht nur in der Kunst, sondern auch darüber hinaus wiederzubeleben. Wie es eben gute Tradition ist. 14.5.–12.6.2021, musikfestspiele.com Herr Lobeck, Sie sind seit 2019 als Künstlerischer Leiter verantwortlich für das alle zwei Jahre stattfindende Tonlagen- Festival. An die Premiere 1987, damals noch als Dresdener Tage der zeitgenössischen Musik, können Sie sich vermutlich nicht mehr erinnern? — Ich war noch sehr jung, aber tatsächlich habe ich das Festival schon damals besucht. Ich kann mich zwar nicht mehr wirklich an einzelne Auftritte erinnern, aber noch sehr gut daran, dass mich das Publikum fasziniert hat. Ich glaube, ich war ehrlich überrascht, wie viele spannende, coole Menschen es in der DDR gibt. Und die trafen sich alle bei der Neuen Musik? — Ja, denn damals, in den Gründerjahren des Festivals, war die Neue Musik in Dresden nicht nur eine Nische. 15.4. – 2.5.2021 Als Udo Zimmermann 1986 das Dresdner 30. TONLAGEN-FESTIVAL WIRD INTERDISZIPLINÄR UND POLITISCH Zentrum für zeitgenössische Musik gründete und im Jahr darauf die ersten Tage der zeitgenössischen Musik veranstaltete, war das Festival schon allein durch seinen internationalen Anspruch sehr offen für verschiedene Themen – und dadurch, dass es Brücken schlug zu Schauspiel, Bildender Kunst und Tanz. In diesem interdisziplinären Ansatz wurden außerdem auch politische Themen verhandelt – wie in der DDR üblich oft zwischen den Zeilen, aber mitunter auch erstaunlich offen. Der interdisziplinäre Ansatz blieb aber auch nach dem Mauerfall erhalten. — Der war immer essenziell und sollte es immer bleiben. Auch ich bin hier mit dem Anspruch angetreten, das Spektrum des Festivals zu erweitern. Neue Musik steht weiter im Mittelpunkt, wir wollen den Fokus aber auch auf hybride Formate und einen erweiterten Begriff der Time-Based Art lenken. Gemeint ist nicht nur das Spiel mit der Zeit, sondern auch, dass Kunst sich in der Zeit positioniert, tatsächlich zeitgenössisch ist. Die Themen sind dabei eher andere als damals in den späten Achtzigerjahren, heute sind das die sozialen, ökologischen und digitalen Transformationen. Wie politisch wird die 30. Auflage der Tonlagen? — Die wird zwangsläufig auch politisch. Wir hatten – schon vor Corona – „Pause“ als Thema geplant. Da fällt einem sofort John Cage und sein berühmtes Stück 4´33˝ ein, aber die Pause, das Nichtklingen, das Nichtbewegen, die Unterbrechung als Zustand, Fotos: Marco Grob/Dresdner Musikfestspiele; Stephan Floss/HELLERAU in dem neue Energie aufgebaut wird, ist generell ein spannender und wichtiger Aspekt. Mit Corona als Zwangspause und den Fragen nach dem „Wie weiter?“ hat unser Thema jetzt noch einmal eine ganz neue Bedeutung erhalten, mit der wir unser Publikum auf den Hügel in Hellerau, aber auch zu Veranstaltungen in der Stadt locken wollen. Ist auch das Dresdner Publikum von heute aufgeschlossen für solche Themen? — Unbedingt, denn es ist vor allem ein interessiertes und neugieriges Publikum. Beste Voraussetzungen für die Neue Musik, die ja auch anstrengend sein kann und oft an Grenzen geht. 15.4.–2.5.2021, hellerau.org/de/festival/tonlagen/ Moritz Lobeck, 1972 in Dresden geboren und hier aufgewachsen, war lange Kurator bei den Wiener Festwochen, bevor er 2018 als Programmleiter Musik und Medien zum Europäischen Zentrum der Künste Hellerau ging.

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