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Dresden Magazin - Edition 2021

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Dresden ist sicherlich eine der schönsten Städte in Deutschland. Das Dresden Magazin gibt einen schönen Überblick über die Stadt an der Elbe.

26 — KULTUR KULTUR —

26 — KULTUR KULTUR — 27 REVOLUTIONÄR UND Die Uraufführung von Carl Maria von Webers „Freischütz“ – gleichermaßen erste deutsche Nationaloper und erstes romantisches Musiktheater par excellence – feiert am 18. Juni 2021 ihr 200. Jubiläum. Die Semperoper und das Carl-Maria-von-Weber-Museum gedenken des Werks mit Sonderausstellungen und der Wiederaufnahme der Inszenierung von Axel Köhler RICHTUNGSWEISEND Text Ronald Klein Fotos: Semperoper Dresden/Matthias Creutziger; Johann August Apels „Der Freischütz“ faszinierte Carl Maria von Weber derart, dass er die Novelle des Leipziger Schriftstellers in eine romantische Oper in drei Aufzügen verwandelte. Es war keine Liebe auf den ersten Blick. 1812 grantelte Carl Maria von Weber in seinem Tagebuch: „Nie habe ich einen Ort gefunden, wo wir von Seiten der Bewohner so miserabel aufgenommen worden sind.“ Rigoros fuhr er fort: „Dresden erwischt mich nicht wieder!“ Wenige Jahre später schien der Zorn des Künstlers verraucht zu sein. Als der sächsische Hofmarschall Heinrich Carl Graf Vitzthum von Eckstädt im Auftrag des Königs Friedrich August I. eine deutschsprachige Musiktheater-Abteilung aufbauen sollte, brachte sich Weber selbst ins Gespräch. 1817 trat er den Posten an. Aus Mangel an deutschsprachigem Repertoire kamen in der Regel deutsche Fassungen französischer Werke zur Aufführung. Dies sollte sich bald ändern … Weber schwebte eine eigene Oper vor, die qualitativ mit den Werken der italienischen Kollegen mithalten konnte. Nur wenig später gewann er den Rechtsanwalt, Autor und Journalisten Friedrich Kind als Librettisten seines „Freischützen“. Die Idee dazu lässt sich bis in das Jahr 1810 zurückverfolgen, als der Komponist auf das „Gespensterbuch“ von Friedrich Laun und Johann August Apel, einem Schulkameraden Friedrich Kinds, stieß. Weber war besonders von Apels Erzählung „Der Freischütz“ angetan. Sie spielt in den Wäldern unweit der böhmischen Stadt Taus. Der Protagonist ist für seine Treffsicherheit bekannt, war zuletzt jedoch beim Schießen wenig erfolgreich. Der Druck auf ihn wächst, als er bei einem Wettbewerb seinen zukünftigen Schwiegervater beeindrucken soll. Die Natur in Dresden-Hosterwitz beflügelte das Schreiben an der Partitur. Ab 1817 verbrachte der Komponist hier die Sommer, um die Hofkonzerte für den König im nahe gelegenen Schloss Pillnitz zu leiten. „Carl Maria von Weber schätzte die ländliche Umgebung“, sagt Romy Donath, die seit 2020 das Weber-Museum im ehemaligen Wohnhaus des Künstlers leitet. Anhand der akribisch geführten Tagebucheinträge des Komponisten konnte die Bescheidenheit der vier Wände rekonstruiert werden. „Das Haus war sehr einfach eingerichtet. Sogar einen Ziegenstall soll es gegeben haben“, erklärt Donath. „Er hat hier Ruhe gefunden, Entspannung und Muse, um zu komponieren.“ Begleitend zur Dauerausstellung, die Webers Wirken illustriert, finden regelmäßig kammermusikalische Konzerte im Garten und Sonderausstellungen statt – von Juni bis Dezember etwa anlässlich des 200. Opfern-Jubiläums. Ganzjährig zu sehen ist hingegen der 2020 entstandene Scherenschnittfi lm „Komponieren beim Spazieren“. Der 13-minütige Film des Dresdner Trickfi lmers Klausjörg Herrmann erläutert kunstvoll Webers Jahre in DER „FREISCHÜTZ“ WURDE UNMITTEL- BAR NACH DER PREMIERE ALS ERSTE DEUTSCHE NATIONALOPER GEFEIERT Dresden und die Arbeit am „Freischütz“. Die Inspiration zum „Freischütz“ lässt sich in Hosterwitz aber auch zu Fuß nachvollziehen: Webers Spaziergänge führten durch dichte Wälder und neblige Täler. Der Gegensatz aus unheimlicher Atmosphäre und fröhlichen Land- und Jägersleben kennzeichnet auch den „Freischütz“, der 1821 jedoch nicht in Dresden, sondern in Berlin zur Uraufführung kam. Karl von Brühl, General-Intendant der Königlichen Schauspiele, erwarb bereits 1817 die Rechte an der Oper, die anfangs noch als „Die Jägersbraut“ betitelt war. Das Datum der Uraufführung war mit dem 18. Juni alles andere als zufällig gewählt, schließlich jährte sich die Schlacht von Waterloo zum sechsten Mal. Die Niederlage Napoleons gegen die alliierten Truppen unter dem englischen General Wellington führte zum Ende der französischen Hegemonie in Europa.

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