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Dresden Magazin - Edition 2021

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Dresden ist sicherlich eine der schönsten Städte in Deutschland. Das Dresden Magazin gibt einen schönen Überblick über die Stadt an der Elbe.

13 — DOSSIER

13 — DOSSIER „Sperrig“ kann auch Dresden an manchen Ecken wirken. Kühle Funktionsbauten aus der Zeit nach dem Krieg bis in die jüngste Gegenwart machen es dem Besucher im ersten Moment schwer, die Stadt durchgängig schön zu finden. Aber Brüche öffnen den Blick unter die Oberfläche. Sie sind Zeugen einer wechselvollen Geschichte und erzählen etwas über die Persönlichkeit dieser Stadt. Sie offenbaren etwas Wahres – auch das kann „schön“ sein. Und: Nichts existiert ohne sein Gegenteil. Der Kontrast zu dem, was als hässlich empfunden wird, hebt das Schöne umso mehr hervor. Eine Stadt ist kein Kunstwerk. Sie mag im absolutistischen Zeitalter eines Herrschers wie August der Starke zwar in der Haltung eines Künstlers gestaltet worden sein. Heute jedoch entstehen städtische Räume so, dass dabei im Idealfall möglichst viele Interessen berücksichtigt werden. Das ästhetische Anliegen ist dabei nur eines von vielen. Wer Schönheit im kantischen Sinne sucht, ist trotzdem in Dresden richtig. Denn die Stadt ist ungewöhnlich reich an Kunstschätzen. Sie bieten Gelegenheit, „interesseloses Wohlgefallen“ zu erleben. Zum Beispiel in der Galerie Alte Meister: Allein wegen Raffaels „Sixtinischer Madonna“ zog Fjordor Dostojewski nach Dresden. Der große russische Schriftsteller besuchte das berühmteste Gemälde der Stadt immer wieder. Warum er es sich so oft anschaue, wurde er gefragt. Seine Antwort: „Damit ich am Menschen nicht verzweifle.“ Seine Romane loten hässliche, dunkle und „DRESDEN – HIER WURDE DIE SCHÖNHEIT ERFUNDEN. NICHTS ALS FLUSS UND WIESEN – IN ZARTESTEN FARBEN UND MÄRCHENHAFTEM LICHT“ — Johann Joachim Winckelmann zerstörerische Seiten der Seele aus. Die lichtvolle Gegenwelt der Schönen Künste gab ihm den Halt dazu. „Schönheit wird die Welt retten“, legt er seiner Romanfigur Prinz Myshkin in den Mund. Über Dresden hinterließ er keine freundlichen Worte, klagte über Langeweile und Heimweh. Allerdings litt er hier auch an bitterer Geldnot, wofür die Stadt nichts kann. Und gegen Langeweile hat sie viel Schönes zu bieten (diese Ausgabe des Dresden Magazins gibt einen Eindruck davon). Dostojewski setzte Dresden ein Denkmal am Elb ufer bei der modernen Kongresshalle. Die Stadt feiert 2021 seinen 200. Geburtstag, man fühlt sich in der Liebe zur Schönheit mit dem Gast verbunden. DIE RELEVANZ DER ATMOSPHÄRE Schönheit war den Dresdnern schon immer ein Anliegen. In den Diskussionen um den historistischen Wiederaufbau des Neumarktes rund um die Frauenkirche standen sich fundiert und leidenschaftlich vorgetragene Positionen gegenüber. Jede Epoche hat hier ihre Fürsprecher: die Rekonstruktion im Stil der Renaissance und des Barocks ebenso wie die Wahrnehmung Dresdens als „Gründerzeit-Stadt“: Die wunderschönen Villenviertel in Blasewitz, Weißer Hirsch und die stimmungsvollen Straßen der Neustadt sind in der Tat eine eigene Reise wert. Auch die geradlinige Schönheit der sogenannten „Ost-Moderne“ hat ihre engagierten Anhänger. Und dann gibt es da noch die Forderung nach mehr Raum für gute zeitgenössische Architektur. „Schön“ ist in Dresden nicht nur eine Bewertung, das Adjektiv steht auch für eine Haltung. Diese Haltung kann man hier erleben. Dafür muss man nach Dresden kommen, sich in der Stadt bewegen. Nur so offenbaren sich Eigenschaften, die der Philosoph Alain de Botton an allen Städten wiederfi ndet, die als schön gelten. So bietet eine solche Stadt die richtige Balance zwischen Ordnung und Abwechslung. Es gibt viel darin zu entdecken, durch ihre malerische Lage an der Elbe versteht man sie trotzdem schnell. Außerdem sind beliebte Stadtteile wie die Äußere Neustadt quirlig und lebendig, voller attraktiver Angebote wie Cafés, Restaurants und kleinen Läden. Sie haben „Atmosphäre“. Mit diesem Begriff beschreiben Architekten und Stadtplaner heute zunehmend die Schönheit einer Stadt. „Atmosphäre meint das, was für den Bewohner gerade alltäglich und selbstverständlich ist und das der Einheimische mit seinem Leben ständig mitproduziert, das aber erst dem Fremden als Charakteristikum auffällt“, so der Philosoph Gernot Böhme. Dieses Charakteristikum lässt sich zwar schwer defi nieren. Fest steht aber: Eine „schöne“ Stadt hat es. UMBERTO ECO HAT SICH GETÄUSCHT In Umfragen schätzen Touristen Dresden als „wunderschöne (Barock-)Stadt mit Flair“. Ob ein Marketingexperte „Flair“ defi nieren kann? Peter Pirck, Geschäftsführer von Brandmeyer Stadtmarken-Monitor, lacht bei dieser Frage: „Das müssen Sie die Architekten fragen.“ Seine Marktforscher fragen die Menschen, wie viel „Schönheit“ oder „Flair“ sie einer Stadt zuschreiben. „Und die Befragten wissen in der Regel genau, was mit diesen Worten gemeint ist.“ Übrigens: Auf einer Skala von 1 bis 10 erzielte die Aussage „Dresden ist eine sehr schöne Stadt“ in den Umfragen von Brandmeyer so hohe Zustimmungswerte, dass sie dort Platz eins unter Deutschlands schönsten Städten belegt. In diesem Punkt täuschte sich Umberto Eco also ein bisschen. Nicht die Dresdner behaupten, dass die Stadt gefällt. Die Besucher sagen es ihnen – seit vielen Jahrhunderten, bis heute. DIE FÜNF SCHÖNSTEN BLICKE AUF DIE STADT Dresdens Anblick ist wunderschön – vor allem, wenn man den richtigen Blickwinkel wählt. 1 Der berühmteste ist der „Canaletto-Blick“, benannt nach den Gemälden des Malers Bernardo „Canaletto“ Bellotto. Die Staffelei des Venezianers stand auf dem rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke. Von dort genießen heute die Gäste des Elbseglers – eines maritim inspirierten Biergartens des Westin Bellevue Resort – den Blickwinkel des Künstlers auf die barocke Kulisse. 2 Aus dieser ragt die Frauenkirche besonders heraus, deren 67 Meter hoher Turm bestiegen werden kann. Er bietet einen faszinierenden Blick in die Gassen der Altstadt, aber auch weit darüber hinaus. 3 Wussten Sie, dass zwei Bergbahnen zu sehenswerten Aussichtspunkten fahren? Die Schwebebahn ist die älteste ihrer Bauart weltweit. Sie bringt ihre Passagiere von der Pillnitzer Landstraße zu einer Bergstation, die aufgrund ihres Panoramablicks auch den Namen Schöne Aussicht trägt. Das Café Schwebebahn unterhalb des Aussichtsturms versüßt den herrlichen Blick mit Kaffee und Kuchen. 4 Ebenfalls im Stadtteil Loschwitz bringt die Standseilbahn ihre Passagiere hoch auf den „Balkon Dresdens“. Dort empfängt die Ausflugsgaststätte „Luisenhof“ ihre Gäste schon seit mehr als 100 Jahren mit bürgerlicher Küche und einem erhebenden Panorama. 5 Dichter dran, und doch über den Dächern Dresdens, genießt man einen Drink in der beliebten Rooftop-Bar Felix am zentral gelegenen Postplatz. Von der Dachterrasse aus inszeniert sich der Dresdner Zwinger perfekt. Mehr zu Dresdens Rooftop-Bars unter dresden-magazin.com

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