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Dresden Magazin - Edition 2021

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Dresden ist sicherlich eine der schönsten Städte in Deutschland. Das Dresden Magazin gibt einen schönen Überblick über die Stadt an der Elbe.

10 — DOSSIER Wie

10 — DOSSIER Wie schön! Text Till Schröder — Illustrationen Gisela Goppel Dresden ist die schönste Stadt Deutschlands, sagen Umfragen. Aber stimmt das? Und was ist überhaupt schön? Eines ist sicher: Dresden ist ein guter Ort, diesen Fragen nachzugehen. Auf der Suche nach einer faszinierenden Eigenschaft Stellen Sie sich vor: Sie sind zu Besuch in Dresden, essen in einem der vielen Restaurants in einer gemütlichen Runde, und es geht um Dresden. Plötzlich wirft jemand schmunzelnd ein Zitat des italienischen Romanciers Umberto Eco ein: „Die Dresdner fragen einen gar nicht, ob einem die Stadt gefällt. Sie sagen es einem.“ Das steht unter den Einheimischen also offenbar fest: Die Stadt gefällt. BUCHSTÄBLICH BILDSCHÖN Dresden schön zu finden, hat Tradition. Die Silhouette der Stadt ist eine mediale Ikone, spätestens seit der Venezianer Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, sie 1748 in einem berühmten Gemälde verewigte. Dichter und Denker ließen sich von ihrer Lage im Elbtal verzaubern. „Dresden – hier wurde die Schönheit erfunden“, rief der Kunstschriftsteller Johann Joachim Winckelmann 1755 aus. Bis heute vergisst kaum ein Text über diese Stadt, den Mythos „Elbflorenz“ heraufzubeschwören. Dresdens Anblick ist mediterran, reich an barocken Monumenten. Aus der Silhouette ragt die prächtige Frauenkirche „DIE DRESDNER FRAGEN EINEN GAR NICHT, OB EINEM DIE STADT GEFÄLLT. SIE SAGEN ES EINEM“ — Umberto Eco heraus, wiederaufgebaut mit internationalen Spendengeldern. Sie ist ein weltweit geliebtes Symbol für Versöhnung und Wiederaufbau. Und den Anblick der klassizistischen Semper-Oper kennt jedes Kind – nicht zuletzt aus einer vertrauten Getränke-Werbung. Es ist nachvollziehbar, dass sich eine Stadt mit solchen Gebäuden als „schön“ wahrnimmt. Aber lässt sich die Schönheit einer Stadt wirklich auf die Zahl ihrer Baudenkmäler reduzieren? Sowieso ist das mit der Schönheit so eine Sache. Manche sagen, sie liege im Auge des Betrachters. Deshalb bringt Ecos Zitat auch Schwung in unser vorgestelltes Abendessen. Eine kurze Suchanfrage bei Google, Suchbegriff: „Schönste Stadt von Deutschland“, zeigt: Auf Platz eins sind sich die Ranglisten uneins. Allerdings tauchen in den Top Ten meist die gleichen Namen auf, Dresden ist oft darunter. Und Deutschland zählt 80 Großstädte. Ein bisschen Einigkeit darüber, was eine „schöne“ Stadt ist, scheint es also doch zu geben. Aber was genau heißt dann „schön“? NICHTS EXISTIERT OHNE GEGENTEIL Diese Frage stellen sich die Philosophen schon lang. Eine der bekanntesten Thesen der Moderne schrieb der Aufklärer Immanuel Kant vor rund 230 Jahren auf. Schönheit erlebe man als „interesseloses Wohlgefallen“, so seine berühmte Formel. Viele Eindrücke können Wohlgefallen auslösen, zum Beispiel der Anblick eines liebevoll zubereiteten Essens. Allerdings wirkt hinter dieser Art Wohlgefallen ein „Interesse“, zum Beispiel in Form von Appetit. Diese Art Wohlgefallen ist also nicht „interesselos“. Reine Schönheit zeigt sich, wenn man einer schönen Sache einfach so Aufmerksamkeit schenkt und im glücklichen Fall ein harmonisches Ganzes erkennt, dem sich nichts hinzufügen oder wegnehmen lässt. Das kostet manchmal Zeit und Mühe. Aber wer kennt das nicht, dass manch hochgelobtes Kunstwerk beim ersten Anblick eher sperrig wirkt? Und dann entfaltet es – nach längerer Betrachtung – doch einen bestimmten Zauber. -> TANZEN FÜR TOLERANZ Was macht eine Gesellschaft „schön“? Die Frage mag skurril klingen, aber dieses Wort fällt oft auch dort, wo es um ethische oder gar politische Fragen geht. „Wir finden es schön, wenn sich Menschen jeder Herkunft selbst verwirklichen und mit der oder dem zusammenleben dürfen, den sie lieben“, sagt Valentin Neumann. Er ist Sprecher des Vereins Tolerave, der seit 2015 die „Tolerade“ veranstaltet. „Diversität und miteinander reden – das finden wir ein schönes Ideal für eine Gesellschaft.“ Dafür tanzten 2019 rund 10.000 Menschen hinter 17 Lkw mit DJ und Musikanlage her, und zwar nicht nur durch Dresdens hippe Neustadt, sondern auch durch die barocke Altstadt. Möglichst vielen verschiedenen Zuschauern die Weltoffenheit von Dresdens Klubkultur nahezubringen, das war den Veranstaltern wichtig. Mit den Wagen machen sozial engagierte Vereine auf ihre Sache aufmerksam. Auf Afterpartys in den Klubs der Landeshauptstadt geht die lebenszugewandte Aktion weiter. Die DJs dort spenden ihre Gage. So kamen 2019 immerhin rund 45.000 Euro für gemeinnützige Initiativen zusammen. 2020 waren neben Kundgebungen auch Workshops und Diskussionsrunden geplant, was jedoch samt Parade Corona zum Opfer fiel. Für den 15. Mai 2021 aber meldete Tolerave wieder eine Demonstration mit 15 Wagen bei der Stadt an. Hygienekonzept und die Themen werden derzeit entwickelt. Worum es gehen wird? „Sicher etwas mit Zukunft“, sagt Neumann. Und sicher wird es auch wieder schön. Aktuelle Infos unter tolerave.de

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