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vor 8 Monaten

Leseprobe: Die Schmetterlinge ... und die anderen (Léo Breda)

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Für Britta Neumann hieß leben, mal die Würfel entscheiden lassen, mal Münzen werfen. Doch das ist zwanzig Jahre her. Aber als eine Stimme am Telefon sie daran erinnert, dass dieses Gesicht, das heutzutage alle von ihr kennen, nicht immer das Ihrige war, kommt das Spiel in den ruhigen Gassen ihrer Wahlheimat Frankfurt wieder in Fahrt. Sie weiß, dass sie dieses Mal nichts gewinnen kann und sogar alles verlieren könnte. „Die Schmetterlinge … und die anderen“, aus dem Französischen von Anni Sima-Ducree, verschreibt sich einer neuen Strömung des Roman Noir. Man schmunzelt, man lacht, dann taucht man mitten in spannungsgeladene Intrigen, wo die Grausamkeit der einen mit der Hinterlist der anderen wetteifert. Taschenbuch: 336 Seiten Verlag: FATHER OF SUN (8. Juli 2018) Sprache: Deutsch ISBN-10: 2954871784 ISBN-13: 978-2954871783

[Kapitel 7 – Spielend

[Kapitel 7 – Spielend einfach] -Britta hat eine komische Begegnung (Einführung einer neuen Hauptfigur der Geschichte.) (…/…) Ich brauchte exakt eine Stunde, nicht eine Sekunde mehr, um mich fertig zu machen, dann lief ich los. Ich trat aus dem Gebäude und blieb direkt unten auf dem Bürgersteig kurz stehen, um ein paar Minuten die Sonnenstrahlen zu genießen. Das Viertel war frisch renoviert worden und alles war funkelnagelneu. Die große Halle und das Einkaufszentrum auf der anderen Straßenseite, das Altersheim, das Schwimmbad, die Bäckerei, all diese Gebäude wurden vor kurzem wie Pilze aus dem Boden gestampft, was mehr Backsteine, Stahl und Glas in die DNA meiner Straße injizierte. Die Mutation war drastisch gewesen. Ein großer Straßenabschnitt war unter Einsatz von Kränen und Baggern, von oben bis unten neu gestaltet worden, und die komplette Textorstraße bekam dadurch ein neues Kleid. Somit war unter diesen Gegebenheiten von Alltag zu sprechen, fast eine falsche Bezeichnung. Wobei sich einiges ziemlich schnell von selbst einspielte. Ein neuer Trott hatte sich etabliert, an den ich mich bereits gewöhnt hatte. Daher nahm ich mit einem sachkundigen Blick, mein Viertel in seinem neuen Gefieder unter die Lupe; keine zusätzliche, signifikante Veränderung wäre meiner Wachsamkeit entgangen. Es gab schätzungsweise die gleichen Tauben, die gleichen älteren Leute, die ihren kleinen Spaziergang über den Adlhoch Platz machten oder miteinander plaudernd auf Bänken saßen. Alles war wie gewöhnlich ... oder nahezu. Zunächst einmal war dieses Motorrad am Bordstein geparkt! Man hat zwar das Recht, sich eine Rentnerschleuder zu kaufen; das ist jedem Selbst überlassen. Aber hat man wirklich das Recht, solch eine Lackierung auszusuchen? Die Debatte ist eröffnet. Ich ließ das Paillettenzweirad zuerst links liegen, um den Platz zu überschauen. Dabei erspähte ich noch eine Widersinnigkeit, beziehungsweise eine Person, ein Schandfleck in der Landschaft, eine Art Kamel in einer Schafherde. Nein, liebe Freunde! Elvis war nicht gestorben und er genoss auch nicht incognito sein Leben in Las Vegas. Weitersagen! Er war mitten unter uns, quietschlebendig, in Frankfurt! Ich hatte ihn

direkt vor meinen Augen. Die Legende des Rock'n'Rolls hatte seine Bühnenkleidung im Schrank vergraben und war Fotograf geworden. Ein Charmeur sondergleichen, knackig braun gebrannt; er sprach ungeniert die alten Damen des Seniorenheims an — einzig und allein die Damen — scherzte mit ihnen, und wie ich von meinem Beobachtungsposten wahrnehmen konnte, bat er um ihre Zustimmung, sie zu fotografieren. All diese alten Mädchen schienen von der Idee, vor dem Objektiv des braunen Schönlings zu posieren, begeistert zu sein. Sie glucksten vor Freude und erfüllten ganz selbstverständlich seine Bitte. Dieser kleine Ringelreihen hatte etwas Skurriles und Fröhliches, das meine Stimmung ein wenig aufpeppte. Ich überquerte den Platz, um mein Auto zu holen, das vor dem Tante-Emma-Laden, Ecke Schwanthaler- und Laubestraße stand. Die Blinker leuchteten auf, als ich die Türen aus der Entfernung entriegelte und meine Hupe posaunte, was kurz die Harmonie des Tschilpens der siebzigjährigen Mannequins, die sich auf der Esplanade präsentierten, unterbrach. Schließlich kündigte sich der Tag nicht so übel an, wie ich es mir vorgestellt hatte ... Eigentlich doch! Ich hätte es besser wissen müssen. Dieser Tag verhieß mies zu sein; ganz mies! Ich war kaum aus meiner Parklücke gefahren, hatte keine fünf Meter zurückgelegt, als ich das Gefühl bekam, jemand habe einen Pflug hinten an mein Auto gekuppelt. Ich hielt an, zog die Handbremse und sprang raus, um zu schauen, was los war; bäm! Mein rechter Hinterreifen war platt. Ich dachte, ich führe mit dem Aufzug nach oben, aber plötzlich öffnete sich die Tür und ich landete im Keller. Meine Oberlippe verzog sich zu einem resignierten Grinsen. Ich schüttelte demoralisiert den Kopf und sagte mir, dass ich echt verflucht war. Ich dachte nicht einmal daran, jemanden um Hilfe zu bitten. Ich parkte mein Auto einfach am Straßenrand und schickte Aliana eine Nachricht, um ihr mitzuteilen, dass ich mich verspäten würde, sie zu beruhigen und sie außerdem freundlich zu bitten, ihr dickes Hinterteil zu bewegen und sich schon an die Arbeit zu ma- 108

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